INTERVIEW MIT JÖRG STRÖMMER | EMUTEC® GMBH

Corporate Finance 20. August 2020

Lesezeit: 5 Minuten

Die WALTER FRIES Corporate Finance hat 2018 die Gesellschafter der emutec® GmbH, Jörg Strömmer und Stefan Winter, exklusiv beim Anteilsverkauf an die BKW AG beraten. Mit dem Verkauf sicherte das Unternehmen seine Nachfolge. Beide Geschäftsführer verbleiben weiterhin bis Ende 2020 im Unternehmen. Der Verkauf liegt nun ca. eineinhalb Jahre zurück. Dies nahm die WALTER FRIES Corporate Finance GmbH zum Anlass, um bei Herrn Jörg Strömmer nach der aktuellen Entwicklung der emutec® GmbH zu fragen.

Wie kam es zur Unternehmensgründung?

» Eine Selbständigkeit war von meinem Geschäftspartner Stefan Winter und mir nie geplant gewesen. Wir waren bis zu Beginn der 2000er Jahre gemeinsam Prokuristen in einem mittelständischen Ingenieurbüro. Zur Trennung kam es, da es unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Inhaber und uns zur zukünftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens gab. Dies war der Beginn der Überlegungen ein Ingenieurbüro zu gründen, in dem die eigenen Ideen stringenter umgesetzt werden können. «

Kurze Vorstellung des Unternehmens

» Die emutec® GmbH ist ein Ingenieurdienstleister für technische Gebäudeausrüstung und technische Infrastrukturplanung. Bezüglich Gebäude sind wir Generalplaner für alle technischen Bereiche wie Abwasser, Wasser, Wärme, Kälte, Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Fernmelde-, Sicherheits- und IT-Technik sowie Brandschutz- und Feuerlöschtechnik.

Die Zentrale befindet sich in Norderstedt (Metropolregion Hamburg). Darüber hinaus sind wir an sieben weiteren Standorten, in Neubrandenburg, in der Lutherstadt Wittenberg, Jena, Leonberg, Friedberg, Köln und Bocholt vertreten. Seit Bestehen im Jahr 2002 ist die Zahl der Kollegen von 2 auf ca. 200 gewachsen.

Das Leistungsportfolio erstreckt sich von Studien und Energiekonzepten über verschiedene Planungsleistungen bis hin zur Objektüberwachung und Monitoring. Unser Kundenportfolio beinhaltet eine Vielzahl an Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen wie beispielsweise der verarbeitenden Industrie, Logistik, Wohn- und Büroimmobilien sowie Hotels. Weiterhin sind wir für kommunale Einrichtungen wie Schulen und Kitas tätig. Auch die Planung von Landes- und Bundesimmobilien gehört zu unserem Repertoire. «

Was war der Grund des Unternehmensverkaufs?

» Der Grund des Unternehmensverkaufs war die finanzielle, zukünftige Absicherung des Unternehmens und den damit verbundenen Erhalt von Arbeitsplätzen. Mein Partner Herr Winter und ich haben uns frühzeitig Gedanken darüber gemacht, wie es nach unserem Ausstieg weitergehen könnte. Im Rahmen dieser Überlegungen kam für uns auch nur ein strategischer Partner als Nachfolgelösung in Frage, der uns bei der weiteren Entwicklung unserer Unternehmensziele unterstützt. Ein Finanzinvestor kam für uns nicht in Betracht und auch eine unternehmensinterne Lösung war nicht absehbar oder möglich. «

Was waren die Bedingungen beim Verkauf?

» Es war für uns sehr wichtig, dass die Eigenständigkeit für die operativen Entscheidungen auch weiterhin bei der emutec® bleiben. Des Weiteren war ein entscheidender Faktor, dass die Sichtbarkeit des Namens emutec®, der bei unseren Kunden und der Branche für Vertrauen und Qualität steht, auch weiterhin bestehen bleibt und sich das Unternehmen und die Mitarbeiter weiterentwickeln können. Die Standortsicherheit spielte auch eine große Rolle. «

Was waren die Aufgaben der WALTER FRIES Corporate Finance?

» Für uns war es wichtig im Rahmen des Verkaufsprozesses einen kompetenten und vertrauensvollen Partner an unserer Seite zu haben, da wir auch weiterhin in unserem Tagesgeschäft intensiv involviert waren. Mit der WALTER FRIES Corporate Finance GmbH unter der Führung von Holger Fries mit seinen Kollegen Christian Hock und Tim Bieder haben wir genau diesen Partner gefunden, der uns mit seinen umfangreichen Erfahrungen aus verschiedensten Unternehmensverkäufen, in finanziellen, steuerrechtlichen, strategischen und vertraglichen Fragen optimal unterstützt hat.

Wir können rückblickend zweifelsfrei die Aussage treffen, dass wir ohne das Team um Holger Fries, den Unternehmensverkauf niemals in der Kürze der Zeit und in dieser Qualität zum Abschluss gebracht hätten. «

Wie fühlt sich ein Unternehmensverkauf als Inhaber an?

» Wir sind auf der einen Seite glücklich darüber, was aus „unserem Baby“ geworden ist und dankbar für das Erreichte – auf der anderen Seite aber auch ein wenig wehmütig, dass unsere Zeit mit der emutec® zum Ende des Jahres vorbei gehen wird.

Für uns war es wichtig, nach dem Verkauf noch einige Zeit im Unternehmen zu bleiben, die Kollegen zu begleiten und festzustellen, dass die Zusagen im Rahmen des Verkaufs auch umgesetzt werden. Es gibt uns auch ein gutes Gefühl mit der BKW Engineering (Tochtergesellschaft der BKW AG) einen Partner gefunden zu haben, der auf die Kompetenz der einzelnen Firmen und Mitarbeiter baut.

Aktuell bestimmen wir ein Managementteam, welches aus unseren Reihen kommt und zukünftig die Geschicke von emutec® lenken wird und die Vernetzung mit den Firmen der BKW – Engineering weiter forciert. Mit dem Partner BKW Engineering haben wir rundum das gute Gefühl für emutec® und unsere Kollegen die richtige Entscheidung getroffen zu haben. «

Warum haben Sie sich für die BKW AG entschieden?

» Die BKW AG war einer von mehreren Interessenten, zu denen wir von Beginn an ein großes Vertrauen aufgebaut hatten. Die Gespräche mit dem Team der BKW Engineering, haben uns zu jeder Zeit das sehr gute und vertrauensvolle Gefühl vermittelt, die richtige Entscheidung zu treffen. Auch weiterhin einen hohen Grad an Eigenständigkeit innerhalb eines Konzerns für die emutec® GmbH zu bewahren, war für uns ein wesentliches Argument diesen Weg mit der BKW Engineering zu gehen.

In der Entscheidung für die BKW AG haben wir einen Mehrwert für die emutec® GmbH aufgrund des Netzwerkes innerhalb der BKW Engineering gesehen, die mittlerweile mit über 40 Unternehmen und über 3.000 Mitarbeitern zu den größten Generalplanern in der DACH – Region zählt. Mit unseren Partnerbüros haben wir die Möglichkeit, die gesamten Planungsleistungen, die Großprojekte bieten, aus einer Hand anzubieten. «

Wann haben Sie den Verkauf Ihren Mitarbeitern mitgeteilt?

» Wir haben direkt nach der Unterzeichnung des Vertrages die gesamte Belegschaft in einem gemeinsamen Meeting in Norderstedt informiert und parallel die Niederlassungen über Videokonferenztechnik zugeschaltet. Anschließend fanden sehr zeitnah zwei Regionalbesprechungen statt, an denen noch einmal die Kollegen aus den Niederlassungen in einer persönlichen Vorstellung der Geschäftsführung, Fragen zum Verkauf stellen konnten. Der Verkauf wurde im Mitarbeiterkreis natürlich unterschiedlich aufgefasst: Einige Kolleginnen und Kollegen haben es als Chance gesehen, einige waren skeptisch und andere waren enttäuscht, da sie sich eine interne Lösung gewünscht hätten. Es gibt unterschiedliche Reaktionen und Gedanken, daher haben wir viele aufklärende Gespräche geführt. Zusätzlich hat der Leiter der BKW Engineering ein sogenanntes Town Hall Gespräch in unserer Zentrale initiiert, dass gleichzeitig auch über Videokonferenztechnik in unsere Niederlassungen übertragen wurde. Dies alles hat dazu geführt, dass sich über die Zeit ein entsprechendes Vertrauen entwickelt hat. «

Ist der Verkaufsprozess so abgelaufen, wie Sie sich das gedacht haben?

» Wir hatten im Prozess einen immensen Zeitdruck. Die ersten Gespräche von der WALTER FRIES Corporate Finance GmbH mit der BKW Engineering waren im April/Mai und ein halbes Jahr später wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Jedoch konnten wir gemeinsam als Team mit WALTER FRIES Corporate Finance das Ziel sowie die erfolgreiche Umsetzung erreichen. «

Was hat sich für Ihr Unternehmen verändert:

» Die wesentlichen Veränderungen haben im kaufmännischen Bereich stattgefunden, da wir mit der BKW AG nun einen Mutterkonzern haben der börsennotiert ist und somit unsere Abschlüsse nicht nur nach HGB, sondern auch nach IFRS durchgeführt werden müssen. In allen anderen Bereichen haben sich keine grundsätzlichen Veränderungen ergeben. Die Entscheidungen werden weiterhin von den Führungskräften der emutec® getroffen. Äußerst positiv ist allerdings, dass wir nun über ein Netzwerk verfügen, welches emutec® zusätzlich für verschiedene Bereiche positiv nutzen kann, z. B. hinsichtlich verbesserte Einkaufskonditionen, Austausch von unterschiedlichem Fachwissen, Zusammenarbeit bei personellen Engpässen sowie gemeinsame Angebotserstellung und Abwicklung von Projekten. «

Was haben Sie jetzt vor? Wie sehen die nächsten 10 Jahre in Ihrem Leben aus:

» Ich werde noch bis Ende 2020 als Geschäftsführer bei emutec® tätig sein und unser nachfolgendes Managementteam einarbeiten und unterstützen. Danach werde ich mir mit meiner Frau eine Pause gönnen, bevor ich mir neue Herausforderungen suchen werde. Mir hat in der Vergangenheit meine Tätigkeit sehr viel Freude bereitet und vielleicht ist eine Option dieses Wissen weiterzugeben.

Sie können an dieser Antwort feststellen, dass die Zukunft nach emutec® noch nicht geplant ist und ich möchte mir auch nach meinem Ausscheiden die Zeit nehmen mir bewusst zu überlegen, in welchem Bereich ich zukünftig tätig sein möchte. «

Welche drei Worte fallen Ihnen spontan zu WALTER FRIES Corporate Finance ein?

» Hohe Fachkompetenz, sehr gute Partnerschaft, Loyalität und hohe Verlässlichkeit. «

 

Vielen Dank Herr Strömmer.

 

 


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