INTERVIEW MIT DANIEL PUTSCHE ÜBER DIGITALISIERUNG IM MITTELSTAND

Allgemein 6. September 2017

Business Revolution Daniel Putsche

Hier ist unser zweites Interview zur BUSINESS REVOLUTION | Wie sich der Mittelstand digital transformiert mit Daniel Putsche von der candylabs GmbH, Frankfurt. Wir freuen uns sehr, dass er sich die Zeit genommen und uns einige Fragen beantwortet hat.

Wer noch keine Tickets für den 10. Oktober 2017 (9-13 Uhr!) hat, kann sie sich hier bestellen.

 

Was bedeutet für Sie Digitalisierung?

»Die Digitalisierung umfasst in erster Linie die Verbreitung digitaler Hilfsmittel in allen gesellschaftlichen Bereichen. Der für uns relevanteste Teil davon ist die Digitale Transformation. Das erste Suchergebnis bei Google trifft die Sache dabei sehr gut auf den Punkt:

„Die Digitale Transformation bezeichnet einen fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der […] insbesondere Unternehmen betrifft. Basis der digitalen Transformation sind digitale Technologien, die in einer immer schneller werdenden Folge entwickelt werden und somit den Weg für wieder neue digitale Technologien ebnen.“

Digitalisierung bedeutet für mich daher insbesondere eine zukunftsweisende Veränderung und damit Chancen für sämtliche Arten von Unternehmen – kleine Startups, etablierte Firmen aus dem Mittelstand und große Konzerne.«

Was sind die Chancen bei der Digitalen Transformation?

»Die Chancen der Digitalen Transformation sind so vielseitig und individuell, wie die Unternehmen selbst. Grob nach Größen geclustert könnte man sagen, dass jungen Unternehmen die zunehmende Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts am Markt zugutekommt. Diese hat schon vielen geholfen erfolgreich in den Markt einzutreten, neue Nischen zu schaffen und zu besetzen, sowie sehr schnell zu respektablen und erfolgreichen Marktteilnehmern zu wachsen. Das neue Infrastrukturangebot aus Instant Messaging, Email, Software-as-a-Service und Co. in Kombination mit nicht vorhandenen oder sehr flachen Hierarchien, lässt junge Unternehmen innerhalb kürzester Zeit zur realen Bedrohung von etablierten Unternehmen werden. Etablierte Strukturen haben häufig Schwierigkeiten mit dieser Geschwindigkeit mitzuhalten. Die Vorteile von Mittelstand und Konzern liegen hingegen oftmals in der fachlichen Expertise oder gar der Marktführerschaft in einem bestimmten Bereich. Das Vertrauen von Kunden und die existierende Reichweite können zur erfolgreichen Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle genutzt werden. Im Gegensatz zu jungen Unternehmen verfügen Mittelständler und Konzerne über die nötige Liquidität, um nachhaltige Innovationsprozesse langfristig zu betrachten und zu verfolgen. Werden diese Ressourcen mit der richtigen Strategie eingesetzt, ist der Hebel für neue digitale Produkte und Services signifikant größer.«

Wo im Unternehmen sollte man beginnen? Wie sollte man vorgehen?

»Der richtige Startpunkt sieht je nach Unternehmen, Unternehmensstruktur und Marktlage unterschiedlich aus. Meist ist auch der Einstieg nicht so erfolgsentscheidend wie die richtige Methodik. Dazu gehört es insbesondere Dinge hands-on anzugehen anstatt zu lange in der Theorie zu verweilen. Die Umfelder sind heutzutage zu komplex, um alles im Vorfeld planen zu können. Es ist viel wichtiger, eine Prozessstrategie zu etablieren, um möglichst schnell von einer Idee in die kunden- oder nutzernahe Validierung zu kommen. Die Ratio zur Bewertung von Innovationsprozessen bleibt übrigens für Startups, genauso wie für Konzern oder Mittelstand gleich: 1 % ist die Idee, 99 % die Execution.«

Was sind die größten Hürden?

»Es gibt eine Formulierung bei innovativen Vorhaben in Konzernen, die auch gleichzeitig die größte Hürde wiederspiegelt: Death by Corporate. Damit ist das Scheitern einer Idee oder eines Vorhabens an internen Konzernstrukturen gemeint. Oftmals sind es gewachsene bzw. etablierte Abläufe oder Standards, die gegen neuartige Geschäftsmodelle und Produkte arbeiten. Passend hierzu ein Zitat aus “The Atlantic”:

“Managers find it very hard to keep resources focused on the pursuit of disruptive technologies because successful companies tend to be better at organizing around the product lines they already make money from. Success creates its own centripetal force that makes it hard to invest in a future outside the model.”

Die Kunst eines jeden etablierten Unternehmens ist es, auf die Herausforderung der gewachsenen Strukturen die passende Antwort zu finden. Im schnellen Umgang mit Opportunitäten können gerade diese oft historisch gewachsenen Firmen noch viel aus der Anwendung von Startup Methoden lernen.«

Was könnte passieren, wenn sich der Mittelstand/Unternehmen nicht digital transformiert bzw. transformieren?

»Wirft man einen Blick auf die durchschnittliche Verweildauer amerikanischer Unternehmen im S&P 500, erkennt man, dass diese im Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich abgenommen hat. Betrug die durchschnittliche Verweildauer von Unternehmen im Jahr 1965 noch rund 33 Jahre, sank der Wert bis 1990 auf 20 Jahre. Dieser Trend wird auch in den kommenden Jahren nicht abreißen. Für das Jahr 2026 prognostiziert der Urheber der Studie, Innosight, dass Unternehmen im Schnitt nur noch rund 14 Jahre im S&P 500 verweilen werden. Diese zunehmende Fluktuation bei den größten Teilnehmern ist Beleg für die sich immer schneller verändernden Märkte und wird durch die fortschreitende Digitalisierung weiter befeuert. So hart es klingen mag, aber wer keine Maßnahmen zur digitalen Transformation klassischer Strukturen anstößt oder zu spät aktiv wird, der gefährdet die Zukunft seines Unternehmens.«

Warum sollten die Unternehmer Ihren Vortrag nicht verpassen?

»Statt meiner eigenen Worte, würde ich hier lieber die Meinung eines Dritten, in diesem Fall Mike Baier von der Page Group, über einen meiner Vorträge teilen:

Daniel Putsche nimmt Sie mit auf eine Reise in seiner Zeitmaschine und zeigt Ihnen, welche Hürden Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation zu nehmen haben werden. Gebannt folgen Sie seiner Analyse und Einschätzung mit der Hoffnung, seinen Wissensschatz auch in Ihr eigenes Unternehmen transferieren zu können. Das Bild, das er zeichnet, ist kreativ, zeitgemäß, bewegend und manchmal sogar beängstigend. Aber es weckt vor allen Dingen Neugierde in das, was wir von dem digitalen Zeitalter noch erwarten können. Unsere Kunden waren begeistert und ich habe selten so kurzweilige dreißig Minuten erlebt. Vielen herzlichen Dank!”

Ich würde mich freuen, Sie bei der Veranstaltung am 10. Oktober in Aschaffenburg zu treffen und Inspiration sowie Best Practices aus meiner Erfahrung aus Konzern- und Gründerleben mit auf den Weg zu geben.«

Vielen Dank Daniel Putsche. Wir freuen uns Sie am 10. Oktober live auf der Bühne erleben zu dürfen.

 

Mehr über den Vortrag von Daniel Putsche und über das Event BUSINESS REVOLUTION können Sie hier aufrufen.

 

Über Daniel Putsche

„Gebannt folgen Sie seiner Analyse und Einschätzung mit der Hoffnung, seinen Wissensschatz auch in Ihr eigenes Unternehmen transferieren zu können” fasst Mike Baier, Senior Director Michael Page, die erlebten dreißig Minuten zusammen. Daniel Putsche hat mit mehr als sechs Jahren Konzernerfahrung mit Stationen in Barcelona und San Francisco und zwei nachfolgenden Unternehmensgründungen eine seltene aber heutzutage sehr wertvolle Kombination geschaffen: Ein Digital-Native mit intensiver Erfahrung in etablierten Strukturen, gepaart mit Gründer-DNA und ausprägtem Wissen in der Anwendung von Startup-Methoden. Dieses Wissen verpackt er in seinen Vorträgen in eingängigen Stories, die nicht nur Inspiration, sondern wertvolle Denkanstöße für Unternehmer, Mitarbeiter und Gründer auf Basis von Best-Practices in den Bereichen Digitale Transformation, Innovation, Startup-Methoden und Scheitern sind. www.candylabs.de

Über Candylabs

Candylabs unterstützt Konzerne und Mittelstand bei der Digitalisierung in den Bereichen Geschäftsmodell- und Produktinnovation nach Lean-Startup Methoden. Mit Expertise in den Projektphasen Ideation, Validation, Prototyping, Product Development und Operations arbeitet Candylabs mit Kunden wie ManpowerGroup, Miles & More oder Deutsche Bahn an neuen Geschäftsmodellen oder Produktideen. Die Verknüpfung von Unternehmertum und Startup-Methoden mit Experience Design und Technologie ist hierbei der Schlüssel zum nachhaltigem Innovationserfolg. Chemie, Pharma, Banking und Publishing sind weitere ausgewählte Branchen, in denen Candylabs aktiv ist.

 

 


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