DER MITTELSTAND – UNTERNEHMENSKAUF MIT KÖPFCHEN | AUTOR HOLGER FRIES

Corporate Finance 15. Dezember 2016

Finanzierung vom Unternehmenskauf

Unternehmenskauf: Jeder zweite Unternehmer, der neu in eine Firma einsteigen möchte, begegnet Finanzierungsschwierigkeiten. Über Jahre hinweg haben sich immer mehr Finanzierungsarten und Kreditprogramme etabliert. Diese Vielfalt führt regelmäßig zu erhöhtem Beratungsbedarf.

Finanzierungsformen

Klassischerweise geben die finanzierenden Banken Darlehen für den Unternehmenskauf mit einer fest vereinbarten Zins- und Kreditlaufzeit, die in der Regel mit Sicherheiten aus dem Unternehmen und auch auf Ebene der Gesellschafter unterlegt werden. Oft stundet der Verkäufer dem Käufer per Darlehen zudem einen Teil des Kaufpreises. Diese Zusage durch den Altgesellschafter erzeugt sowohl beim Käufer als auch der Hausbank eine zusätzliche Sicherheit. Eine weitere Möglichkeit ist die Mezzanine-Finanzierung, eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Sie ist gegenüber Fremdfinanzierungsmitteln nachrangig besichert und stellt somit eine dem Eigenkapital ähnliche Finanzierungsform dar. Als dritter Baustein fungiert das Eigenkapital sowohl in seiner Reinform durch Einbringung über die Gesellschafter als auch durch Beteiligungsgesellschaften. Darüber hinaus existieren Fördermittel mit dem Zweck der Sicherung von Unternehmen und zur Begründung unternehmerischer Existenzen. Hierzu gibt es eine Vielzahl von europäischen und regional-kommunalen Möglichkeiten. Diese reichen von echten Zuschüssen über vergünstigte Darlehen bis hin zu Bürgschaften. Bei einer solchen Finanzierungsform ist die Einbindung eines Spezialisten nötig.

Unternehmenskauf: Sorgfältiges Vorgehen im Prozess

Zentrale Handlungsempfehlung ist die Entwicklung eines validen Businessplans, um die zukünftige Kapitaldienstfähigkeit des Zielunternehmens darzustellen. Kern davon ist eine ausgewogene Eigenkapitalquote, die nach Branchen variieren kann. Die Aufnahme von externen Kapitalgebern kann auch eine sinnvolle Möglichkeit sein. Es sollten die Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene geprüft werden. Hierbei geht es nicht nur um die günstigere Kondition, sondern vor allem auch um die Haftungsentlastung und zum Beispiel tilgungsfreie Anlaufjahre. Das derzeitig niedrige Zinsniveau lässt den notwendigen strategischen Spielraum zu. Auch ein Gespräch mit der Hausbank des Zielunternehmens kann hilfreich sein. Unabdingbar jedoch ist die Prüfung des Zielunternehmens mit Hilfe einer Due Diligence. Auch die Zeit nach dem Anteilskauf sollte akribisch geplant sein. Denn die Praxis zeigt: Das meiste Geld geht in der Regel nicht in den Verhandlungen um den Kauf der Anteile verloren, sondern in der Integration oder Weiterführung.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe des Unternehmermagazins „Der Mittelstand“, Herausgeber Bundesverband mittelständischer Wirtschaft Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017 veröffentlicht.
Autor: Holger Fries

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