STARTSCHUSS MESSE IN ASCHAFFENBURG | INTERVIEW MIT HOLGER FRIES

Veranstaltungen 20. Oktober 2016

StartSchuss Messe Aschaffenburg

 

Unser Partner Holger Fries wird am 12. November 2016 auf der StartSchuss Messe in der f.a.n. Frankenstolz Arena den Vortrag „Gründen versus Kaufen“ halten. Darüber hinaus ist die WALTER FRIES Firmengruppe an diesem Tag mit einem eigenen Messestand vertreten.

Wir haben Holger Fries im Vorfeld interviewt und ihn u.a. nach seiner Intention für diesen Vortrag, auch im Hinblick auf den eigenen Einstieg in das eigene Familienunternehmen, befragt.

Können Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vorstellen?

»Mein Name ist Holger Fries, ich bin 45 Jahre alt und seit 16 Jahren in der WALTER FRIES Firmengruppe tätig. Die Gruppe wurde vor 34 Jahren gegründet. Der Ursprung bzw. Kernbereich war die Unternehmensberatung. In dieser Einheit kümmern wir uns um die Finanzplanung und Finanzierung mittelständischer Unternehmen, primär im Rhein-Main-Gebiet. Ich selbst führe zusammen mit Kollegen den Corporate Finance Bereich, also die Begleitung von Unternehmenstransaktionen (Unternehmenskäufen und –verkäufen), und dies bundesweit.«

Was ist der Grund für die Teilnahme an der StartSchuss Messe?

Ich finde es wichtig, die Angst vor einem Kauf bzw. Verkauf eines Unternehmens zu nehmen. Ist es nicht erschreckend, dass statistisch doch ein Anteil von ca. 10 % der Unternehmen die einen Nachfolger suchen schließen müssen? Ein Grund hierfür ist, dass auf beiden Seiten Ängste vorhanden sind. Doch wenn die richtigen Personen zusammengebracht werden, kann es eigentlich nur gut werden für das Unternehmen, den Käufer und letztendlich auch für die Wirtschaft in der Region.«

Sie halten den Vortrag „Gründen vs. Übernahme“. Auf was kann sich das Publikum freuen?

»Hauptsächlich auf den Erfahrungsschatz, den wir in den letzten 16 Jahren gesammelt haben, besonders im Bereich der Übernahme von Unternehmen  im Mittelstand durch Gründer. In den meisten Fällen stehen wir nach einem Verkauf noch weiterhin mit den Unternehmern in Kontakt und können sehen, wie das Unternehmen weiterwächst. Ich möchte in meinem Vortrag aus der Praxis sprechen und aufzeigen, dass die Übernahmen oftmals eher wertschöpfend als wertvernichtend sind.«

Sie selbst sind in dem Unternehmen Ihres Vaters eingestiegen. Wie war das für Sie?

»Zu Beginn habe ich mir schon Gedanken gemacht, ob es eine gute Idee ist, mit der Familie zusammen zu arbeiten. Jedoch beim Einstieg haben die Vorteile überwogen z.B., dass ich auf Bestehendes aufbauen konnte. Mir war neben der Erfahrung und der vorhandenen Reputation des Unternehmens aber auch sehr wichtig, dass ich nicht das Gleiche wie mein Vater mache, sondern was Neues initiiere. Daher haben wir den Corporate Finance Bereich gegründet.

Der Vorteil hierbei lag darin, dass wir auf der Basis der Unternehmensberatung aufbauen konnten, d.h. wir verwenden die gleichen Planungssysteme, pflegen teilweise das gleiche Netzwerk und der ein oder andere Kunde der Unternehmensberatung wird zum späteren Zeitpunkt auch Kunde der Corporate Finance. Inzwischen sind wir zwei gleichgroße Einheiten. Meine Kollegen und ich haben es geschafft, den Bekanntheitsgrad, gerade im Mittelstand, bundesweit extrem zu steigern, sodass wir der Gruppe auch vieles zurückgeben können. Denn am Ende sind wir trotz der verschiedenen Bereiche ein Team. 

Im Vergleich dazu, hätte ich bei einer Neugründung eine Organisation aufbauen, mir einen Namen machen und Mitarbeiter unter schwereren Bedingungen rekrutieren müssen. Das sind einige Aspekte, die bei der Übernahme eines Unternehmens leichter fallen, da sie bereits vorhanden sind.«

Wie schätzen Sie das Gründerverhalten am bayerischen Untermain ein?

»Ich war gerade letzte Woche auf einem Vortrag von Ilse Aigner, die allerdings nicht vor Ort war, jedoch von ihrem Staatssekretär gut vertreten wurde. Dabei wurde primär die Region bayrischer Untermain betrachtet. Die Unternehmer der Region kamen zu Wort und haben gelobt aber auch Kritik geübt.

Ein großer positiver Faktor ist die Hochschule, denn sie fördert das Unternehmertum und ist Ideengeber. Ich glaube, dass wir durch die Nähe zu Frankfurt einen großen Standortvorteil besitzen und darüber hinaus hier eine gute Infrastruktur vorfinden. Was ein wenig kritisch zu betrachten ist, ist die allgemeine Tendenz, dass die jüngere Generation „gefühlt“ ein geringeres Interesse hat, Unternehmer zu werden. Dort müssten vielleicht mehr Aufklärungsarbeit geleistet und Ideen entwickelt werden wie man Ängste nimmt und Chancen vermittelt. Gerade die älteren und erfahrenen Unternehmer sind da gefragt.«

Wie kann die WALTER FRIES Firmengruppe junge Unternehmer unterstützen?

»In der Unternehmensberatung haben wir uns auf die Erstellung von Businessplänen und das entwickeln von Finanzplanungen fokussiert. Hier können wir Gründer und Unternehmen unterstützen, die Angst nehmen und ihnen ein Gefühl geben, wie sich ihr Unternehmen und ihre Ideen in der Zahlenwelt zukünftig entwickeln werden. Darüber hinaus können wir ihnen helfen die passende Finanzierung zu finden, eventuell mit Vergünstigungen, sei es bei den Zinsen oder bei Haftungsfreistellungen. Wir begleiten die Unternehmen bei den Gesprächen mit Banken oder anderen Kapitalgebern.

Bei innovativen Ideen sind wir Coach vom High-Tech-Gründerfonds und Bayern Kapital, d.h. wir prüfen stellvertretend für den High-Tech-Gründerfonds bzw. Bayern Kapital die Businesspläne und entscheiden, ob es sinnvoll ist in Unternehmen oder Ideen zu investieren. Ein weiteres Thema, welches bei uns sehr ins Gewicht fällt sind die weichen Themen. Hier betrachten wir die Strategie, Organisation, Führung, Mitarbeiter etc.. Gerade hier sind wir der ideale Partner, da wir die gleiche Sprache wie die KMUs sprechen.«

Vielen Dank Herr Fries.


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