IM GESPRÄCH MIT UNSEREN KUNDEN #08 | MIBENCO GMBH, KARLSTEIN

Veranstaltungen 28. Juli 2016

mibenco Flüssiggummi

 

Flüssiggummi „Made in Germany“. Die Evolution eines neuen Qualitätsprodukts bringt zahlreiche Vorteile für Anwender…. Mit diesen Worten begrüßt die mibenco gmbh die Besucher auf ihrer Website und bringt damit ihr Produkt auf den Punkt.

Eva Kleinschmitt und Constanze Fries haben den Geschäftsführer, Michael Benedict, in Karlstein besucht. Neben einer Werksführung durch die Produktion und einen Blick ins Labor, war noch genügend Zeit, die Unternehmerpersönlichkeit kennenzulernen.

Wie ist die Idee zu Ihrem innovativen Produkt mibenco Flüssiggummi entstanden?

»Mein Ursprungsgeschäft sind Präzisionswerkzeuge, die wir in der Türkei produzieren. Irgendwann ist ein Vertriebsmitarbeiter zu mir gekommen und hat gesagt: „Ich brauche so einen flüssigen Gummi aus Amerika, können Sie den für mich besorgen?“ Ich habe mir das Produkt angeschaut und war so überzeugt davon, dass ich auch etwas damit machen wollte. Zunächst einmal lag es jedoch 3 Jahre im Regal, bevor ich Mitte 2008 mit dem Produkt auf den deutschen Markt ging. Damals kannte in Deutschland noch niemand flüssigen Gummi und z.B. gerade für den Bereich Modellbau war dieses Produkt ein Segen, weil somit die Akkus wasserdicht gemacht werden konnten. Wir haben bei den Amerikanern einen Exklusivvertrag unterzeichnet und waren in ganz Europa sehr erfolgreich am Markt. Allerdings gab es den amerikanischen Flüssiggummi nur in 6 verschieden Farben und nur in matter Optik, was uns bei den unzähligen Anwendungsmöglichkeiten schnell an unsere Grenzen brachte. Noch dazu fokussierte sich der amerikanische Hersteller ausschließlich auf die Beschichtung von Werkzeugen, um diese rutschfest zu machen und unterstützte uns nicht bei der Entwicklung neuer Anwendungsgebiete.

Mittlerweile haben wir uns von den Amerikanern gelöst, uns weiterentwickelt und produzieren und vertreiben unser eigenes Produkt.
Unseren mibenco-Flüssiggummi gibt es nun in glänzend und matt in allen RAL- Farben und in vielen verschiedenen Effekten als „PUR“ zum Tauchen, Pinseln oder Streichen, als „SPRÜHFERTIG“ zum Sprühen mit einer Lackierpistole und als handliche „SPRAYDOSE“, die hier in Karlstein abgefüllt werden.«

Was ist das Besondere an dem Flüssiggummi und wo wird es angewendet?

»Der Vorteil dieses Gummis ist, dass Sie wirklich alles damit beschichten und ihn problemlos wieder abziehen können. Unsere Idee mit Flüssiggummi die Felgen oder das ganze Auto zu beschichten, hat sich inzwischen weltweit zu einem Trend entwickelt. Bereits zur WM 2010 haben wir die Deutschlandfahne zum „Auf´s Auto pinseln“ entwickelt. Das war ein Renner. Im Vergleich zum Folieren bietet das Besprühen mit Flüssiggummi große Vorteile: es ist günstiger, geht schneller und der Kunde kann es selbst wieder abziehen.

Die Einsatzmöglichkeiten des hochinnovativen Flüssiggummis sind praktisch unbegrenzt. Immer wieder kommen Kunden mit neuen Ideen auf uns zu. Für solche Anforderungen sind wir froh, dass wir durch den Kauf der Weigel + Schmidt Lackchemie GmbH und W+S Aerosol-Technik GmbH ein eigenes Labor im Unternehmen haben, mit dem wir flexibel und schnell auf die Kundenwünsche reagieren können.

Im Moment liegt unser Fokus noch sehr stark auf dem Automobil-Bereich, in Zukunft wollen wir jedoch mehr in der Industrie aktiv werden. Wobei auch im Hobby- und Bastelbereich sehr viele Einsatzmöglichkeiten vorhanden sind. Das Spektrum ist schier unbegrenzt und das ist total spannend – weil Sie nie wissen, was morgen oder übermorgen auftaucht.

Momentan sind wir mit einigen großen Unternehmen im Gespräch, unter anderem mit dem Fraunhofer Institut, mit dem wir aktuell an einem sehr interessanten Forschungsprojekt arbeiten.«

Spielen ökologische und nachhaltige Aspekte in Ihrem Unternehmen eine Rolle?

»Ja natürlich – sogar ziemlich stark. Wir sind hier ja in einem Chemie-Betrieb, da fällt natürlich viel Abfall an, der für die Umwelt nicht gerade gut ist. Das versuchen wir zu reduzieren und auch Stoffe wiederzuverwerten. So benutzen wir Verpackungen, die wir selbst bekommen, zum Online-Versand unserer Produkte weiter.
Auch in Punkto Stromverbrauch und Mülltrennung haben wir hier einiges umgestellt Gemeinsam mit der Beratungsstelle für gewerblichen Abfall des Landratsamtes Aschaffenburg haben wir ein neues Konzept für die Müllentsorgung erarbeitet.«

Was treibt Sie als Unternehmer an?

»Ich bin immer wieder neugierig. Gerade die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten unseres Produkts sorgen dafür, dass es immer wieder Neues zu entdecken und entwickeln gibt.
Und – das klingt vielleicht komisch – wenn ich einmal nicht mehr da bin, dann will ich etwas hinterlassen. Und mit so einem Produkt wie Flüssiggummi kann man, wie ein Künstler, der ein Bild malt, seiner Nachwelt etwas hinterlassen.«

Welchen Fehler bereuen Sie? Was würden Sie anderen Unternehmern mitgeben wollen?

»Der junge Unternehmer sollte denken: „Geht nicht, gibt’s nicht“. Es geht, wenn man konsequent hinterher ist, wenn man es wirklich will: Irgendeinen Weg gibt es immer. Man muss sich auch immer etwas getrauen, riskieren, auch einmal abseits der konventionellen Wege. Von alleine geht gar nichts.«

Wie ist der Kontakt zu WALTER FRIES entstanden und was waren deren Aufgaben?

»Der Kontakt ist durch unseren Steuerberater entstanden.

Bei unserem damaligen Abfüller mussten wir große Margen vom Flüssiggummi abfüllen lassen. Und dies ist bei Farben, die nicht so geläufig sind, ein großes Risiko. Die Firma W+S GmbH bot uns an, auch in kleinen Mengen Dosen abzufüllen. Dies war für uns perfekt und so konnten wir auch exotischere Farben, wie z. Beispiel „hellrosa matt“,  liefern. In Punkto Qualität und Schnelligkeit war das unschlagbar und vor allem war es „um die Ecke“. Bald waren wir der drittgrößte Kunde.
Irgendwann bot Herr Schmidt, der damalige Eigentümer, mir an, die Firma zu kaufen.
Das war für meinen Steuerberater eine Nummer zu groß und so kamen wir zu WALTER FRIES.

Der Ansatz war, eine softe Begleitung des Verkaufsprozesses zu haben. Und so ging ich mit meinem Steuerberater in die Verhandlungen, beraten und geführt von Profis. Vor den Gesprächen haben wir immer die einzelnen Schritte mit Holger Fries besprochen und uns Tipps geholt. Erst später, als dann die Gespräche in die Endphase gingen, haben wir Holger Fries mit dazu geholt.

Hinzu kam die Finanzierung. Wir hatten immer nur mit einer Bank zusammengearbeitet. Und das hat soweit auch gut geklappt. Bis irgendwann im Finanzierungsprozess unsere Hausbank „kalte Füße“ bekam. Der Berater unserer Hausbank hätte das gerne gemacht, aber ihm waren die Hände gebunden. Er sagte: „Wenn eine Firma mit der Beratungsfirma Fries kommt, dann ist das schon eine Hausnummer. Die wissen schon, welchen Projekten sie Erfolgsaussichten geben.“

Durch Mario Rüdel bekamen wir dann Kontakt zu zwei anderen Banken. Eine davon war die Hausbank von W+S und das war für beide Seiten perfekt. Mit Hilfe von WALTER FRIES stand innerhalb von 4 Wochen die Finanzierung. Das war schon klasse.«

Wie war der Zusammenschluss für die beiden Unternehmen? Was hat sich in Ihrem Unternehmen geändert?

»Mibenco und W+S hatten jeweils um die 15 Mitarbeiter. Das Zusammenwachsen der Mitarbeiter hat mir im Vorfeld am meisten Sorge bereitet. Deshalb haben wir aus den kleinen Büros ein Großraumbüro gemacht, damit das Zusammenwachsen einfacher wird.

Letztendlich war das aber dann alles kein Problem. Die jungen Mitarbeiter im Büro (Durchschnittsalter von unter 30) haben sich schnell zu einem Team entwickelt. Was ich jedoch total unterschätzt habe, war die Technik. Wir haben heute – nach einem halben Jahr – immer noch zwei verschiedene Server mit unterschiedlichen Warenwirtschaftssystemen. Ich hatte gedacht, dass das viel schneller geht.

Da wir bei mibenco sehr viel im Social Media Bereich arbeiten, sind wir auf ein schnelles Internet angewiesen, dies lässt aber hier im Industriegebiet doch sehr zu wünschen übrig. Wir arbeiten hier jetzt mit einer Übergangslösung, die noch nicht ganz zufriedenstellend ist, aber immerhin mittlerweile funktioniert. Es wird noch Jahre dauern, bis wir hier Glasfaser haben.

Wir haben ebenso diverse Änderungen vorgenommen. Z.B. die Arbeits- und Pausenzeiten haben wir so verändert, dass wir Stoßzeiten besser abfangen können. Für die Mitarbeiter war das eine große Entlastung.«

Gab es einen Moment oder Situation während der Zusammenarbeit, den Sie nie vergessen werden?

»Ja, den gab es. Als wir mit allen Beratern in der entscheidenden Verkaufsverhandlung saßen und der Rechtsanwalt der Verkäuferseite mit immer neuen Forderungen kam, sagte Holger Fries: „Ich glaube, wir machen jetzt einmal eine Pause.“ Das war ein Einschnitt gewesen. Herr Fries sagte draußen zu mir: So machen wir nicht weiter. Wenn das so weitergeht, stehen wir auf und gehen.“ Ich schluckte, denn ich wollte ja kaufen.

Letztendlich war das das richtige Signal, um der anderen Seite zu zeigen, dass wir nicht alles mitmachen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dieses „Stopp“ zu setzen, aber letztendlich war das der Wendepunkt für die ganze Verhandlung. Das war schon richtig gut und ist sicherlich seiner langjährigen Erfahrung geschuldet.«

Welche drei Wörter fallen Ihnen spontan zu WALTER FRIES ein?

»Professionalität, Zuverlässigkeit, Vertrautheit

Ich habe relativ schnell gemerkt, da bin ich in guten Händen. Da kann ich alles erzählen.«

Vielen Dank Herr Benedict für die offenen Worte.

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