IM GESPRÄCH MIT UNSEREM KUNDEN #02 | GETRÄNKE-POWER LOGISTIK GMBH, ALZENAU

Beratung 22. April 2015

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Erfrischung und Ruhepause, Geburtstagsfeier und Feierabend: Getränke umgeben uns im Alltag und zu besonderen Anlässen, im Büro, zu Hause oder beim Ausgehen. Doch wie kommen die Getränke zu den Händlern, Festen und Gastronomiebetrieben. Das Unternehmen Getränke-Power Logistik GmbH beliefert diese im Rhein-Main-Gebiet. Wir haben die Geschäftsführer Bernhard und Andreas Gathof an ihrem Lagerstandort in Alzenau besucht und zu ihrem Unternehmertum befragt.

Wie ist die Idee zum Unternehmen entstanden?

Andreas Gathof: »Gegründet wurde das Unternehmen von meinem Großvater, Rudolf Gathof, bereits 1927 als Bahnspedition und Mineral- und Heilwasserkonzession für Kahl und Umgebung. Mein Vater hat dann den Mineral- und Heilwasserhandel übernommen und daraus entstand nach und nach die Getränke Gathof OHG. Zunächst als Direktlieferant für Gewerbe und Privatpersonen, später auch als Getränkeabholmarkt.

Aufgrund der Veränderungen der Getränkebranche haben wir uns entschieden, den Weg des Getränkegroßhandels zu gehen. Im Zusammenschluss mit dem Klasse Getränkevertrieb Montwé GmbH entstand dann die Getränke-Power Logistik GmbH mit einem neuen Standort in Alzenau Süd, der in 2011 bezogen wurde. Von hier aus haben wir nun die Möglichkeit, im Bedarfsfall 24 Stunden, 365 Tage im Jahr zu liefern und sind schnell bei unseren Kunden vor Ort.«

Wie haben Sie sich etabliert? 

Andreas Gathof: »Wir sind ja eigentlich noch auf dem Weg dahin. Der Zusammenschluss der beiden Firmen und der zusätzliche Standortwechsel brachten doch einige Turbulenzen mit sich, die wir erst einmal zu bewältigen hatten. Wir beliefern REWE und Toom Märkte, Einzelhändler, Gastronomie, Hotels, Feste bzw. Veranstaltungen. Gerade das Geschäft mit REWE hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Früher hatten nur wenige Großhändler das Monopol diese Märkte zu beliefern. Da aber unser Geschäft sehr stark saisonal abhängig ist, kam es dort regelmäßig zu Ausfällen in den Spitzenmonaten. Wir boten REWE an, diese Spitzen abzufangen und so haben wir uns quasi als „Feuerwehr“ etabliert – auch für andere Märkte. Mit der Zeit entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis und wir wurden mehr und mehr einbezogen.

Natürlich ist das kein Ruhekissen und die Verträge sind immer wieder neu in Ausschreibungen, deshalb bleiben wir ständig im Dialog mit unseren Kunden und versuchen uns kontinuierlich zu verbessern.«

Ihr Unternehmen wird jetzt in der 3. Generation geführt und Sie, Herr Bernhard Gathof, haben ja nun bereits 2. Übergaben miterlebt. Einmal von Ihrem Vater auf Sie, und dann von Ihnen zu Ihrem Sohn. Welche Erfahrungen haben Sie damals gesammelt, die Sie nun Ihrem Sohn weiter geben können?

Bernhard Gathof: »Die Erfahrungen in der ersten Übergabe möchte ich eigentlich Keinem weiter geben. Mein Vater ist gestorben, und ich habe mit gerade mal 17 Jahren das Unternehmen übernommen. Damals hatte ich noch nicht einmal einen Führerschein. Für meinen Sohn möchte ich jetzt der im Hintergrund sein, der ihm Arbeiten abnehmen oder ihm einen Rat geben kann.«

Und für Sie, Herr Andreas Gathof?

Andreas Gathof: »Ich hatte das Glück, dass ich schon sehr früh immer mit einbezogen wurde. Schon alleine dadurch, dass unser Wohnhaus und das alte Geschäft zusammen lagen. Wo andere Kinder Lego gestapelt haben, habe ich leere Kisten gestapelt. Und die LKWs und Gabelstapler waren für mich als Kind natürlich das Größte. So war ich immer mit dabei. Nach meinem Studium, diversen Praktika und Auslandssemester stand ich vor der Entscheidung, erst einmal in die Wirtschaft zu gehen oder direkt ins elterliche Unternehmen. Das war gerade der Zeitpunkt als das REWE-Geschäft anlief und ich dort gebraucht wurde. So entschied ich mich direkt in den elterlichen Betrieb zu gehen.

Ich bin sehr froh darüber, dass meine beiden Eltern noch mit im Unternehmen sind. Das Fachwissen, das Know How, die Kontakte in der Branche sind einfach unschlagbar. Ein Familienunternehmen hat natürlich Vor- und Nachteile. Viele Dinge tragen sich in die Freizeit oder werden beim Abendessen besprochen, aber wir haben einen guten Weg gefunden damit umzugehen und es macht auch einfach riesig Spaß.« 

Sie haben ja das Bio-Zertifikat, eine Photovoltaikanlage und Elektro- und gasbetriebene Stapler im Einsatz. Gibt es darüber hinaus noch andere ökologische Aspekte in ihrem Unternehmen?

Bernhard Gathof: »Unser Fuhrpark ist zu 75 % in Euro 6. Da wir Innenstädte und Dörfer anfahren, legen wir großen Wert darauf immer auf dem neuesten Stand zu sein. Die Fahrer haben Elektroameisen auf ihrem Wagen und Elektrohebebühnen. Es gibt Elektrostapler, Elektrokommissionsgeräte und die größeren Geräte werden mit der hauseigenen Gastankstelle betrieben. So geht es in unserem Lager und dort wohin wir liefern, nahezu geräusch- und geruchlos zu.«

Ihr Geheimrezept für Ihren Erfolg?

Bernhard Gathof: »Das Ohr am Kunden zu haben. Wenn der Kunde ein Problem hat, sind wir die Problemlöser. Ob im Sommer oder über die Feiertage zu viel Leergut aufgelaufen ist oder er einen Umbau hat und einen 2. und 3. Liefertag benötigt: Wir sind immer erreichbar. Telefonhotlines gibt es bei uns nicht. Es gibt direkt Ansprechpartner mit ihren Durchwahlen. Wir lassen unsere Kunden nicht alleine. Wenn die Industrie neue Produkte auf den Markt bringt sind wir diejenigen, die sie mit bewerben und zur Verfügung stellen. Das ist alles ein Geben und Nehmen.« 

Was treibt Sie an als Unternehmer? 

Bernhard und Andreas Gathof: »Es macht einfach Spaß mit Menschen umzugehen, draußen zu sein und etwas zu leisten. Da spielt es keine Rolle ob es ein 8 oder 16-Stunden Tag ist. Wenn unsere Mitarbeiter nachts mit dem LKW unterwegs sind und haben eine Panne können sie mich mitten in der Nacht anrufen. Dann wissen sie, ich habe einen Rat, oder besorge die Telefonhotline oder blättere hier das Handbuch durch bis wir gemeinsam eine Lösung finden. Bei uns wird niemand alleine gelassen.«

Seit wann arbeiten Sie mit WALTER FRIES zusammen?

Andreas Gathof: »Wir arbeiten seit 2006/2007 mit WALTER FRIES zusammen. Ein Kunde von uns, der in einer Bank arbeitet, hat unsere Pläne und Visionen mitbekommen und empfahl uns, jemanden zur Unterstützung hinzu zu nehmen. Nach einem ersten gegenseitigen Beschnuppern und anfänglicher Skepsis von unserer Seite, wagten wir dann die ersten Gehversuche zusammen. Ich muss sagen, es war aber auch gleich ein sehr angenehmes Arbeiten und Sympathie zu Herrn Fries und Herrn Rüdel. 

Die WALTER FRIES Unternehmensberatung hat uns in den Phasen des Zusammenschlusses und der Finanzierung unterstützt. Wir waren ein junges Unternehmen mit tollen Ideen und Visionen, aber wir hatten nicht die starke Brust, die Banken und Unternehmen von unseren Ideen zu überzeugen. Unsere Hausbank war letztendlich zu klein und konnte uns schlichtweg nicht mehr alleine unterstützen. Ein weiterer Punkt ist das Controlling. Dadurch, dass unser Umsatz quasi vom Sonnenschein abhängig ist, können wir schwer längerfristig planen. Der August fällt auch nicht immer gleich aus. Früher hatten wir Jahresplanungen und mussten dann unserem Bänker erklären weshalb der Umsatz im August nicht so wie sonst war. Heute lebt unsere Planung von Monat zu Monat und wird immer wieder angepasst. Dies sät bei den Banken Vertrauen. 

Dass wir heute in diesen neuen Räumen sitzen, ist das Ergebnis vieler kleiner Schritte, welche die Unternehmensberatung zusammen mit uns gegangen ist. Uns wurde nie etwas übergestülpt. Wir haben alle Szenarien durchgespielt und beleuchtet und dann zusammen die Vor- und Nachteile abgewogen, bis wir zu einer Entscheidung gekommen sind die alle mit einem guten Gefühl tragen konnten.  

Ich finde es immer schön, wenn Herr Rüdel in Bankgesprächen mit Fachausdrücken unserer Branche agiert. Ich habe das Gefühl, wir sind nicht nur irgendeine Nummer im Haus Fries, sondern sie identifizieren sich schon ein bisschen mit uns. So kann er in Bankgesprächen aus unserer Sicht sprechen und es gleichzeitig so formulieren, dass es auch in der Bank verstanden wird. Für uns ist Herr Rüdel wie ein „Joker“.«

Vielen Dank an Sie beide, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

 

 


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