M&A NEWS MASCHINENBAU / ANLAGENBAU MÄRZ 2018

Allgemein 12. June 2018

Industrie 4.0

Der zurzeit stattfindende, enorme Wandel in der Branche der Maschinen- und Anlagenbauer – auch bekannt als Industrie 4.0 – bringt für Unternehmen speziell aus diesem Sektor grundlegende Veränderungen mit sich. Derzeit entsteht der Eindruck, die Maschinen- und Anlagenbauindustrie kommt ohne den Zusatz „4.0“ nicht aus.

Industrie 4.0, Lernen 4.0, Ausbildung 4.0, Arbeit 4.0

Der Vorsitzende des VDMA Landesverband Baden-Württemberg und Geschäftsführer der TRUMPF GmbH + Co. KG, Dr.-Ing. Mathias Kammüller, stellt in Zusammenhang mit der „Industrie 4.0“ bestehende Geschäftsmodelle in Frage und denkt vor allem im Hinblick auf Aus- und Weiterbildung um.

Die Vernetzung von höchsten technischen Standards mit der so genannten „Arbeit 4.0“, welche neben der Interaktion von Mensch und Maschine auch die Reduzierung der (nicht-wertschöpfenden) Verwaltungstätigkeiten und den intelligenten, digitalisierten Arbeitsplatz enthält, schafft sowohl neue Funktionsprofile als auch neue Qualifikationsanforderungen an Mitarbeiter.

Daraus lässt sich eine neue, engere Form der Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen ableiten, welche den Austausch unter Experten auf verschiedenen Fachgebieten unumgänglich macht und deren Kenntnisse zusammenführt, um gute Produkte schnell zu entwickeln und zu produzieren. Dahingehend ist es von größter Bedeutung diese Produkte auch in ihrer höchsten Komplexität zu kommunizieren und zu verkaufen.

Aufgrund dieser sich rasant vollziehenden softwareseitigen Entwicklung kann man heute dabei  weniger als je zuvor auf tradiertem Wissen aufbauen. Dieses gibt es natürlich auch weiterhin, doch die Teile der Arbeit, bei denen man Neuland betritt, nehmen deutlich zu.

Es geht also weniger um veränderte technische Möglichkeiten als um eine neue Qualifizierungskultur.

Um diese Qualifizierungskultur in der Branche der Maschinen- und Anlagenbauer zu implementieren, sind vor allem in der Aus- und Weiterbildung andere Lernformen wie bisher üblich von Nöten.

Dahingehend gestaltet sich die Rolle der Ausbilder neu, da diese in vielen Feldern nicht mehr den digitalen Wissensvorsprung gegenüber den jungen Menschen wie vor zehn Jahren haben. Die neu gestaltete Ausbilderrolle ähnelt eher der eines „Ausbildungsbegleiters“. Viel mehr als früher geht es um die Vermittlung von methodischem Wissen, das die jungen Menschen in einer sich beständig und rasant veränderten Arbeitswelt benötigen, um fundiert zwischen Wichtigem und Unwichtigem entscheiden zu können, in Fehlern Chancen zu sehen und die Kommunikation in schwierigen Projekten positiv zu gestalten.

Aber auch Mitarbeiter, die schon lange beruflich tätig sind, werden sich den Veränderungen stellen müssen, welche sich auch auf die Bedeutung von Weiterbildungen auswirken. Eine von TRUMPF verabschiedete Qualifizierungsinitiative besteht aus folgenden zwei Ansätzen:

Zum einen geht es um die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für deren individuelle Qualifizierung. Zum anderen soll eine Qualifizierung für sich verändernde Arbeitsplätze im eigenen oder benachbarten Bereich geschaffen und somit ein systematischer Wechsel zwischen Arbeitsplätzen ermöglicht werden.

Ziel ist immer die langfristige Beschäftigungsfähigkeit und die Förderung der Lernfähigkeit der Mitarbeiter.

Hinter der Vernetzung von Maschinen steht auch immer die Vernetzung von Menschen und Qualifikationen. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass die Geschäftsführung mit den Mitarbeitern gemeinsam für die Gestaltung dieser Vernetzung verantwortlich ist.

Somit gilt es den Wandel bewusst weitsichtig und als Geschäftsführung auch fürsorglich zu begleiten.

Diese vernetzte Qualifizierung wirkt sich nicht nur positiv auf das Unternehmen aus, sondern kann auch im Umfeld von Mergers & Acquisitions eine bedeutende, eventuell entscheidende Rolle spielen.

Trotz momentaner Unsicherheiten in der Branche Maschinen- und Anlagenbau, die durch Lieferantenengpässe, den bevorstehenden Brexit oder die von der US-Regierung verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium entstanden sind, überwiegt zurzeit die positive Stimmung aufgrund von vollen Auftragsbüchern und einer insgesamt stabilen Ertragslage. Somit ist auch in Zukunft weiterhin mit einer stabilen Entwicklung der Branche zu rechnen. Das derzeitige hohe Bewertungsniveau lässt nach Einschätzung von Experten berechtigte Hoffnungen auf besonders hohe Multiples in Bezug auf eine Unternehmensbewertung zu. Aufgrund hoher Nachfrage, für die sowohl inländische als auch ausländische Strategen und Finanzinvestoren verantwortlich sind, sind Verkäufer derzeit nach wie vor in einer komfortablen Verhandlungsposition. Gerade Maschinenbauer mit Fokus auf Automatisierungstechnik und Robotik sind besonders gefragt, da Zugriff auf innovative Technologie zu den häufigsten Motiven für Unternehmenszukäufe zählt. Verbunden mit einer lokalen Produktionsstätte in einer Wachstumsregion steigt die Attraktivität für Strategen und Finanzinvestoren weiter, da die regionale Präsenz ebenfalls ein wichtiger Faktor für M&A-Deals darstellt.

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