NACHBERICHT | IHK NACHFOLGEKONGRESS WÜRZBURG-SCHWEINFURT AM 14. MAI 2018

Corporate Finance 22. Mai 2018

IHK Nachfolgekongress

Schweinfurt/Würzburg – Die Unternehmensnachfolge gehört aufgrund rechtlicher, betriebswirtschaftlicher und emotionaler Aspekte zu den größten Herausforderungen hierzulande. Grund genug für die IHK Würzburg-Schweinfurt, gemeinsam mit der IHK Aschaffenburg Betriebe aus ganz Unterfranken zum Unternehmensnachfolgekongress 2018 nach Schweinfurt zu laden. Fast 100 Interessierte nutzten das Angebot, um sich über Zahlen und Fakten zur Betriebsübergabe, über Stolpersteine sowie über Best-Practice-Fälle zu informieren. Unterstützt wurde der Kongress vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie im Rahmen der „Offensive Unternehmensnachfolge.Bayern“.

IHK Nachfolgekongress | Demografischer Wandel trifft Mittelstand 

„Die Folgen des demografischen Wandels für die Unternehmerlandschaft sind gravierend. Immer weniger Betriebe in der Region finden den passenden Nachfolger, um die Unternehmensnachfolge zu meistern“, erklärte Otto Kirchner, Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt, zur Eröffnung des Kongresses. Die IHK erwarte bis 2035 einen Rückgang der Firmeninhaber um rund 9 Prozent, zugleich wachse der Anteil älterer Chefs. Dem steht ein nicht adäquates Gründungswachstum gegenüber. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag e.V. kommen bereits heute statistisch nur noch 0,6 potenzielle Übernehmer auf einen Übergeber.

Professor Dr. Frank Wallau, Dekan für Betriebswirtschaft und Dozent für Mittelstandspolitik und Unternehmensnachfolge an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, untermauerte die Brisanz: „Neueste Studien für Unterfranken zeigen, dass das Nachfolgethema an Bedeutung gewinnt.“ Bis 2021 gehe es alleine um 2.800 wirtschaftlich attraktive Firmen – rund 46.000 Beschäftigte seien unmittelbar davon betroffen. Scheitere die Übergabe, so Professor Wallau, dann erodiere der Mittelstand.

Fehler frühzeitig vermeiden

„Fangen Sie früh an, sich mit der Übergabe des Unternehmens zu beschäftigen“, empfahl Holger Fries von der WALTER FRIES Corporate Finance GmbH aus Aschaffenburg. Laut dem Experten seien alleine zwei bis drei Jahre Vorbereitung hilfreich, um maßvoll erforderliche Investitionen zu tätigen. Weiterhin gab der Experte den Gästen Tipps zur rechtlichen, operativen und persönlichen Planung, stellte die Umsetzungsschritte vor und betonte die erforderlichen Integrationsschritte nach Übergabe.

Aus der Praxis für die Praxis 

Wie die Nachfolge in der Praxis gelingen kann, zeigte in einer abschließenden Podiumsrunde unter anderem Christine Lang von der Wernecker Bierbrauerei. Sie wächst stetig in die Verantwortung als zukünftige Chefin hinein und profitiert dabei von der gemeinsamen Zukunftsplanung für den Betrieb. Dass Kommunikation und Emotionen in der Übergabe einen zentralen Punkt ausmachen, betonte Dr. Maria Kräuter aus Nürnberg. Fritz Lang, Firmengründer und Gesellschafter der Unternehmensgruppe Heiligenfeld aus Bad Kissingen, stellte die eigene Historie in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und berichtete insbesondere über politische Einflussfaktoren wie etwa den letzten Änderungen der Erbschaftsteuer. Dass gerade junge Generationen den historisch gewachsenen Werten eines Unternehmens Beachtung entgegenbringen, erörterte Dr. Gunther Schunk von Vogel Business Media. Seiner Einschätzung nach könne gerade durch eine Stiftung – er ist stellvertretender Vorsitzender der Vogel-Stiftung – unternehmerische Verantwortung bei der Übergabe gelebt werden.

 

Bilder: IHK Würzburg-Schweinfurt

 

 


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