NACHBERICHT | BUSINESS REVOLUTION

Beratung 13. Oktober 2017

Digitalisierung

Digitalisierung. Am Vormittag des 10. Oktober 2017 lud die WALTER FRIES Firmengruppe in die Stadthalle Aschaffenburg zum Digitalisierungsevent „BUSINESS REVOLUTION – Wie sich der Mittelstand transformiert“.

Digitalisierung – die große Veränderung unserer Zeit. Sie verändert die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren, sich informieren, arbeiten oder ihre Freizeit gestalten. Wenngleich man den Begriff „Digitalisierung“ häufig mit den IT-Giganten aus dem Silicon Valley in Verbindung bringt, macht dieses Thema auch vor dem Mittelstand nicht halt – im Gegenteil: Die Digitalisierung lässt kaum eine Branche oder Geschäftsmodell unberührt. Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse müssen absolut neuartigen Anforderungen standhalten um im Wettbewerb der Zukunft bestehen zu können.

Aus diesen Gründen folgten über 100 Unternehmer/innen, Führungskräfte und Netzwerkpartner/innen aus dem Umfeld der WALTER FRIES Firmengruppe der Einladung, um sich von der Marketingleiterin von WALTER FRIES, Eva Kleinschmitt, durch den kurzweiligen Vormittag führen zu lassen.

Nach einer kurzen Begrüßungsrede des Partners Walter Fries, in der er seine Gäste auf das Thema der Veranstaltung einstimmte, machte der eigens aus San Francisco eingeflogene Innovationspsychologe Christoph Burkhardt den Auftakt mit seiner Key Note mit dem Thema „Denkfehler Innovation. Wohin die Reise wirklich geht und wer dabei am Ball bleibt“.

CHRISTOPH BURKHARDT | DENKFEHLER INNOVATION

Anhand einprägsamer Beispiele, wie der Zentrifugal-Geburtsmaschine, des Freiluft-Baby-Käfigs der Londoner City in den 30er Jahren sowie des heute so populären Selfiesticks machte Christoph Burkhardt deutlich, woran womöglich gute Ideen oftmals scheitern und andere Innovationen, deren Nutzenpotential auf den ersten Blick deutlich geringer ausfällt, häufig den Durchbruch schaffen. Burkhardt appellierte an seine Zuhörer, im eigenen Unternehmenszweck mehr zu sehen, als die bloße Herstellung von Produkten und Dienstleistungen. Unsere Zukunft wird einerseits geprägt sein von automatisierten Prozessen und Robotern sowie andererseits von einer „Gig Economy“, in der die Loyalität zum Arbeitgeber eine zunehmend geringere Rolle spielt. In dieser Umgebung werden gleichermaßen Unternehmer wie auch Arbeitnehmer gefragt sein, denen es gelingt, über den Tellerrand hinauszuschauen, die „Fragen hinter den Fragen“ zu stellen und damit verkrustete Denkweisen aufzubrechen. Dabei handelt es sich laut Christoph Burkhardt um die ureigene Fähigkeit des Menschen, die ihn gegenüber der Maschine auszeichnet und die ihm frei nach Kant dazu verhelfen kann, sich aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien.

DANIEL PUTSCHE | DIGITALE TRANSFORMATION

Anschließend betrat Innovations- und Startup-Berater Daniel Putsche die Bühne. Der Gründer und Geschäftsführer des Innovation Labs candylabs und Initiator des Veranstaltungsformats „FuckUp Nights Frankfurt“ eröffnete seinen Vortrag „Die Ungewissheit als Chance für die Zukunft“ mit einer anschaulichen Grafik, welche die immer kürzer werdenden Zyklen zeigte, mit denen die Fortune 500, die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt, auf der jährlich erscheinenden Liste erscheinen und wieder verschwinden. Die Ursache für dieses Phänomen liegt laut Daniel Putsche insbesondere in der exponentiellen Funktion, die das Wachstum digitaler Unternehmen beschreibt. Diese Wachstumskurve birgt für den alteingesessenen Wettbewerb das Risiko, den Markteintritt digitaler Startups so lange zu unterschätzen, bis es häufig zu spät für eine wirksame Reaktion ist.

Sinnbildlich für das Dilemma etablierter Unternehmen verwendet Putsche die Begriffe „Exploitation“ (Ausbeutung bestehender Produkte) sowie „Exploration“ (Erforschung innovativer Ideen). Unternehmer müssten wieder in die Erforschung innovativer Ideen investieren („Exploration“) statt sich auf ihren funktionierenden Geschäftsmodellen auszuruhen („Exploitation“). Als Blaupause fungiert dabei Alphabet. Die Holding der ehemaligen Google Inc. bietet die optimalen Voraussetzungen um in eigenständigen Einheiten („Other Bets“) innovative Geschäftsmodelle zu erforschen, die von Schwesterunternehmen wie Google subventioniert werden. Eine solche Kultur des erlaubten Scheiterns ist in den USA bereits Alltag, den Unternehmern in Deutschland noch weitgehend fremd. Daher empfiehlt Daniel Putsche: „Bitten Sie lieber um Entschuldigung als um Erlaubnis zu fragen.“

MARIO RÜDEL | DIGITALISIERUNG | UNTERNEHMENSSTEUERUNG 4.0

Nach einer halbstündigen Kaffeepause präsentierte der Senior Berater der WALTER FRIES Unternehmensberatung, Mario Rüdel, seine Ausführungen zum Thema „Unternehmenssteuerung 4.0 – Controlling in Echtzeit durch innovatives Datenmanagement“.

Mario Rüdel, der nach der Schule noch glaubte, sich unumstößlich für eine seiner beiden großen Leidenschaften, der IT und Finanzwirtschaft, – schließlich begann er eine Banklehre – entscheiden zu müssen, stellt fest, dass die Grenzen dieser beiden Welten immer mehr verwischen. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Menge an Daten, die durch Sensoren und mobile Geräte erhoben und auf immer leistungsfähigeren Chips gespeichert werden können. Digitale Geschäftsmodelle machen sich dies zu nutze und treffen damit auf etablierte Banken, die durch verschärfte Regulierung, anhaltende Ertragsschwäche auf Grund der Nullzinspolitik sowie veraltete IT-Strukturen zu großen Teilen angeschlagen sind. Was für die Banken in erhöhtem Maße gilt, hat jedoch branchenübergreifend Gültigkeit: Digitale Informationen werden der wichtigste Produktionsfaktor neben Kapital.

Innerhalb eines Unternehmens geht Mario Rüdel davon aus, dass es insbesondere die Finance & Controlling-Einheit sein wird, die in besonderem Maße durch die Digitalisierung der Prozesse optimiert werden wird. Das bedingt ein sich wandelndes Rollenverständnis des Controllers, weg vom „Hüter“ der Zahlen hin zu einem kreativen, IT-affinen Daten-Dienstleister, der das Management unterstützt und bisweilen sogar berät.

Die WALTER FRIES Unternehmensberatung, die sich als outgesourcter Controller für kleine und mittelständische Unternehmen versteht, hat aus diesem Grund die „WALTER FRIES Business Intelligence“ entwickelt. Die Idee dahinter ist die Datenbereitstellung aus den Datenbanken zu automatisieren, anschließend zu transformieren und die wichtigsten Informationen optisch hochwertig zu visualisieren und bereitzustellen. Mario Rüdel berichtet, dass die WALTER FRIES Unternehmensberatung stark investiert hat und zuletzt mit LucaNet eine Software angeschafft hat, die im Bereich Finanzplanung und Controlling die Qualität der Daten steigern und die Controlling-Prozesse beschleunigen wird. Im Einklang mit dem Reporting-Tool „Power BI“ und dem Berater-Know-How sieht Mario Rüdel die WALTER FRIES Unternehmensberatung damit bestens gerüstet, um auch in Zukunft dem Bild eines modernen Controllers gerecht zu werden.

ANDREAS KRAUS | DIGITALISIERUNG | MARKETING

Der Abschluss der vierteiligen Vortragssequenz war schließlich Andreas Kraus vorbehalten. Der mehrfache Gründer, u.a. der Performance Marketing Agentur sunlab, gewährte seinen Zuhörern unter dem Titel „Digitales Marketing – The Past, Present And The Future“ einen Einblick in die wichtigsten Tools des modernen Online Marketings.

Anhand der Funktionsweisen der wichtigsten Onlinemarketing-Dienste auf Google und Facebook macht Andreas Kraus die Bedeutung der Daten für das Marketing von heute anschaulich. „The right message, the right time, the right person“ – die größtmögliche Zielgenauigkeit lässt sich dann erreichen, wenn die richtigen Daten über die Interessen und Vorlieben des Nutzers bekannt sind. Andreas Kraus warnt jedoch davor, sich bei der Suche nach dem optimalen Online-Marketing-Mix nur auf die sog. „Walled Gardens“ Google und Facebook zu konzentrieren. Nicht nur Amazon drängt auf den Markt (sog. „Lower Funnel Business“), daneben gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Tools und Funktionen, welche die Map des Digitalen Marketings stark dem Londoner U-Bahn-Netz ähneln lassen. Doch welche Online Marketing Channels sind tatsächlich „must have“? Eine pauschale Antwort fällt naturgemäß schwer, dennoch gibt Andreas Kraus seinem Publikum wertvolle Handlungsempfehlungen an die Hand, um sich im Online-Marketing-Dschungel zurecht zu finden. Neben den bekannten Namen wie Google, Facebook, Xing und Linkedin betont er in diesem Zusammenhang vor allem das digitale Video als Marketing Tool seiner Wahl, welches dem TV-Gerät zunehmend den Rang abläuft.

Und in Zukunft? Da sieht Andreas Kraus eine neue Technologie auf uns zukommen: Artificial Intelligence. Smart Home Geräte wie Amazons Alexa oder Google Home zeigen schon heute was in Zukunft durch AI möglich sein wird. Statt der Eingabe von Suchanfragen über die Tastatur wird laut Andreas Kraus die Stimme das Eingabemedium der Zukunft sein. Es ist jedoch weniger der Komfort der Sprachsteuerung als vielmehr das sogenannte „Machine Learning“, welches den Smart Home Geräten zum Durchbruch verhelfen soll. Durch die Interaktion mit einer Vielzahl von Geräten und Sensoren können die Geräte auf eine Fülle von Informationen zurückgreifen, um anhand von Mustern daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, die den Bedarf ihres Nutzers bereits erkennen, bevor es ihm selbst bewusstgeworden ist.

WIE SEHT DIE UNTENREHMENSWELT BZW. ARBEITSWELT IN 20 JAHREN AUS?

Nach den Vorträgen wurden den Referenten in der Abschlussrunde diese Frage gestellt. „Anders“, kurz und kompakt. Jedoch unterstreichen alle die Aussage, dass der Mittelstand jetzt noch die Möglichkeit hat, die Unternehmens- bzw. Arbeitswelt aktiv mit zu gestalten.

 

Die Teilnehmer waren von der BUSINESS REVOLUTION begeistert. Lesen Sie unsere Teilnehmerstimmen.

 

»Christoph Burkhardt war spitze. Ich bin begeistert von der BUSINESS REVOLUTION. Ich habe viele neue Impulse erhalten und eine andere positive Sichtweise auf die Digitalisierung erfahren. Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert, da wirklich umsetzbare Tipps für den Umgang mit dem Thema gezeigt werden. Ein Satz hat sich bei mir verankert: „Hinterfragen wir unsere Fragen“.«

Vanessa Weber, Werkzeug Weber GmbH & Co. KG

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»Veranstaltungen zu Innovation und neuer Technologie sind wichtig, vor allem wenn sie uns vor Augen führen, welche Geschäftsmodelle sich bereits tragfähig entwickelt haben und wie sie unser Leben verändern.
BUSINESS REVOLUTION hat in vier sehr guten Vorträgen bei dem ein oder anderen wahrscheinlich an Denkmustern gerüttelt oder Impulse gesetzt, wie wir die neuen Technologien im Bereich der Wirtschaft aber auch im Alltag nutzen können. Charles Darwins Aussage „Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern“ zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.
Einen Satz habe ich mir notiert, der gut dazu passt: „Das Schwierige ist nicht die Digitalisierung, sondern die Transformation“. Und genau dazu brauchen wir Lösungen und Konzepte, die Menschen mitzunehmen. Ich danke WALTER FRIES für die Idee zu dieser Veranstaltung und hoffe, dass sie aus BUSINESS REVOLUTION eine wiederkehrende Reihe machen.«

Beatrice Brenner, Bundesverband mittelständischer Wirtschaft am bayerischen Untermain

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»In bewegten Zeiten – der digitalen Transformation unseres Berufsstandes – gewinnen strategische Entscheidungen oberste Priorität. Das Ziel von Strategie ist nicht, vorherzusagen in welche Richtung sich der Markt bewegt, sondern ein flexibles Unternehmen zu schaffen, das sich jeglicher Marktentwicklung anpassen kann.
Durch die Teilnahme an der Veranstaltung „Business Revolution“ konnte ich viele notwendige Erfolgsfaktoren für unsere Kanzlei gewinnen, um genau jene Anpassungsfähigkeit und Flexibilität zu kreieren, die für die Bewältigung der digitalen Transformation notwendig sind. Herzlichen Dank, dass ich dabei sein durfte!«

Wolfgang Pfeifer, PFEIFER | PFEIFER Steuerberatungsgesellschaft mbH

 

 

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