E-COMMERCE PAPER | AKTIVE MARKTGESTALTER TREIBEN KONSOLIDIERUNG

Corporate Finance 16. Mai 2017

Konsolidierung

Mit zunehmender Digitalisierung steigt auch die Komplexität des Handels. Dieser muss auf sich verändernde Kundenbedürfnisse reagieren. Allein die Personalisierung des Einkaufserlebnisses erfordert weitreichende Anpassungen und Umstrukturierungen, die viele stationäre, aber auch kleinere Online Händler nur schwer umsetzen können. Besonders fällt dies bei den schwächelnden Kaufhausketten im Modesektor auf. Nach Steilmann, Sinn-Leffers, Wöhrl, Pohland etc. hat nun auch Strauss Innovation den wohl endgültigen Insolvenzantrag gestellt. Diverse Umstrukturierungsversuche sind fehlgeschlagen. Generell scheinen originäre Online Händler besser auf die zunehmenden Veränderungen im Zeitalter der Digitalisierung vorbereitet. Dass aber auch diese einen relevanten Marktanteil erreichen müssen, um dauerhaft überlebensfähig zu sein, steht jedoch außer Frage.

Insbesondere der Lebensmittelhandel könnte mit dem Markteintritt von Amazon Fresh vor weitreichenden Veränderungen stehen. Viele deutsche Lebensmittelhändler könnten dem Druck von Amazon nicht gewachsen sein. Der Verband der Insolvenzverwalter prognostiziert dabei eine zunehmende Pleitewelle. Wann Amazon Fresh nach dem Launch in Japan nun aber auch in Deutschland wirklich durchstartet, bleibt abzuwarten. Dass Amazon bei der aktuellen Wachstumsstrategie in Nicht-Kernmärkten auch nicht vor Akquisitionen zurückschreckt, zeigt die Übernahme von Souq.com, die den Eintritt in den arabischen Raum eröffnet. Plattformen wie Amazon verändern den Handel vor allem dahingehend, dass sie Herstellern einen zusätzlichen Direktvertriebskanal ermöglichen. Die Digitalstrategien von großen Brands machen den Handel somit zunehmend obsolet. In Zeiten des E-Commerce können auch reine Online Marken aufgebaut werden. Dass sich Eigenmarken online sehr gut vertreiben lassen, hat Chal-Tec bereits eindrucksvoll bewiesen.

Auch Zalando hat bereits ein breites Netz an Eigenmarken aufgebaut. Der Fokus liegt jedoch weiterhin darauf, großen Fashion Brands einen direkten Absatzkanal zu bieten. Mit der Übernahme von Kickz steigt Zalando nun jedoch auch in den stationären Handel ein. Dies ist aus strategischen Gesichtspunkten eine sehr interessante Akquisition. Zalando könnte somit neue Handels- und Retourenkonzepte testen.

Insgesamt ist die Dealaktivität im E-Commerce jedoch etwas zurückgegangen. Getrieben werden Transaktionen überwiegen aus Konsolidierungstendenzen. Hier kristallisieren sich aktive Marktgestalter heraus. Neben den Konsolidierungen bei den Shopping-Clubs um Vente-Privée und ShowroomPrivé waren zuletzt vor allem die Online-Lieferdienste sehr aktiv. Im Beautybereich hat sich The Hut Group für weitere Akquisitionen gerüstet und auch Signa Retail investiert in den weiteren Online-Ausbau der Gruppe. Als neuer Online-Marktgestalter kristallisiert sich aktuell Walmart nach der Übernahme von Jet.com heraus. Seit dem Strategiewechsel im vergangenen Jahr übernahm Walmart/Jet.com mit Shoebuy, Moosejaw und ModCloth bereits drei Online Shops aus dem Fashion Segment. Welche Segmente noch auf der Liste stehen, bleibt abzuwarten.

Wir, die WALTER FRIES Corporate Finance, präsentieren Ihnen, basierend auf unserer langjährigen E-Commerce Branchenerfahrung, im vorliegendem E-Commerce Paper die neuesten M&A Insights sowie die TOP 10 Transaktionen aus dem laufenden Jahr 2017. Wie gewohnt, fassen wir die neuesten Entwicklungen aus den unterschiedlichen E-Commerce Segmenten #Fashion, #Home&Living, #Beauty&Health sowie den weiteren Bereichen zusammen.

Zum Abschluss des E-Commerce Papers haben wir für Sie einen M&A-Transaktionsprozess grafisch aufbereitet.

Die E-Commerce Paper | M&A Insights können Sie hier als PDF herunterladen.

 

 


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