IM GESPRÄCH MIT UNSEREN KUNDEN #05 | GEFINAL BLECH- UND STAHLBAU GMBH, MAINHAUSEN

Beratung 4. November 2015

GEFINAL Blech- und Stahlhandel

 

Das inhabergeführte Unternehmen GEFINAL Blech- und Stahlbau GmbH produziert seit fast 100 Jahren alle möglichen Blech- und Stahlteile für die Industrie. Von der Idee bis zur Konstruktion begleitet GEFINAL seine Kunden.

Eva Kleinschmitt und Constanze Fries interviewten den Geschäftsführer der GEFINAL Blech- und Stahlbau GmbH, Herrn Ingo Hildebrandt, am Firmensitz in Mainhausen. Gemeinsam mit seiner Schwester Ines Schreiner und seiner Frau Redwana Hildebrandt führt er das Unternehmen in der 3. Generation.

 

Wie ist die Idee zum Unternehmen entstanden? Was war Ihre Vision? Wie sieht Ihre Vision heute aus?

»Das Unternehmen wurde 1919 von unserem Großvater in Berlin gegründet. Damals wurde ausschließlich Ausrüstung für Funkanlagen gebaut z. B. Stromaggregate. Im Zuge des Mauerbaus sind in Westberlin viele Kunden von GEFINAL nach Hessen gezogen. Wir haben im Jahr 1961 mit einem Zweitwerk vor Ort reagiert. In dieser Zeit hat sich herauskristallisiert, dass sich der Hauptschwerpunkt zur Blechbearbeitung hin entwickeln wird. Als ich 2001 das Unternehmen als Geschäftsführer übernommen habe, hatten wir 25 Mitarbeiter beschäftigt. Mir war damals schon klar, dass wir uns auf die industrielle Bearbeitung fokussieren sollten. Nun haben wir eine vollautomatisierte Fertigung, die wir kontinuierlich modernisieren und ausbauen.

Wir sind heute ein Systemlieferant für Blechbearbeitung. Wir entwickeln von der Konstruktion bis zur Fertigung und der Vorabmontage die unterschiedlichsten Blechbauteile. Das war auch meine damalige Vision als ich das Unternehmen übernommen habe. Im Unternehmen hatte ich zunächst als gelernter Konstruktionsmechaniker angefangen und mich mit Schulungen im kaufmännischen Bereich weitergebildet.

Unsere Vision, die wir in Hinsicht auf unser 100-jähriges Firmenjubiläum überarbeitet haben, heißt „100 % GEFINAL“. Darunter verstehen wir 100 % Team, 100 % Qualität, 100 % Termintreue und 100 % Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.

Das soll unterstreichen, dass wir uns ganzheitlich als Unternehmen entwickeln möchten. Die Modernisierung und Technik auf der einen Seite, aber auch das soziale Gefüge als Familienunternehmen auf der anderen Seite.«

Was sind Ihre Alleinstellungsmerkmale?

»Wir verstehen uns als Systemlieferant. Wir übernehmen nicht nur die klassische Blechbearbeitung, sondern wir bieten Konstruktion und Entwicklung an. Dort arbeiten wir an mehreren 3D-Arbeitsplätzen. Darüber hinaus bieten wir auch die klassische Blechbearbeitung wie Stanzen, Laserschneiden, Kanten und Schweißen sowie Fräs- und Montagearbeiten an, die in unserem Hause abgebildet werden können, inklusive Oberflächenveredlung versteht sich. Einfach alles aus einer Hand.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist unser moderner Maschinenpark. Gerade im letzten Jahr haben wir die Roboter-Laserschweißtechnik eingeführt, die in unserer Region aktuell einmalig vorhanden ist.«

Wie viele Arbeitsplätze haben Sie mittlerweile geschaffen?

»Als ich damals in das Unternehmen eingetreten bin, waren wir 25 Personen, aktuell sind bei uns knapp 80 Personen beschäftigt. Das Unternehmen wächst kontinuierlich, aber eher langsam, immer vorausschauend und mit Nachsicht.

Ich bin froh, dass ich meine Schwester (Ines Schreiner) und meine Frau (Redwana Hildebrandt) an meiner Seite habe, die mich bei der Betreuung und Führung unserer Mitarbeiter sehr unterstützen. Unsere Mitarbeiter sollen sich mitgenommen fühlen – vom Anfang bis zum Ende. Damit sie das Gefühl haben „Das ist auch meine Firma“.«

Wer zählt zu Ihren Kunden?

»Unser Produktportfolio als auch unsere Kundengruppe ist extrem breit aufgestellt. Wir sind in allen Branchen vertreten, u.a. Maschinen- und Baubranche; Automobil-, Getränke- und Computerindustrie; Lebensmittel- und Medizintechnik, Ladenbau, Mess- und Regeltechnik, Filtertechnik…..und so weiter.«

Ist es für Sie eine Herausforderung, Fachkräfte bzw. Auszubildende zu finden?

»Meine Frau Redwana Hildebrandt kann Ihnen da Antwort geben, da sie den Bereich Personal betreut.«

Redwana Hildebrandt: »Das Thema wird immer schwieriger und anspruchsvoller. Wir haben mittlerweile engen Kontakt zu den umliegenden Schulen aufgebaut. Wir laden regelmäßig Klassen zu einer Betriebsführung ein und bieten ebenso Schnupperpraktika an. Dort sehen die Schüler was wir als Unternehmen zu bieten haben und wie der spannende Beruf des Konstruktionsmechanikers mit seinen Spezialisierungen aussieht. Darüber hinaus veranstalten wir auch den „Girls Day“. An diesem Tag wird eine Gruppe von fünf Mädchen durch das Unternehmen geführt. Sie bekommen aber auch die Möglichkeit selbst ein Bauteil herzustellen. Diese Veranstaltung ist immer sehr erfolgreich und in kürzester Zeit ausgebucht.

Wir selbst haben festgestellt, dass immer mehr Frauen in unserer sehr stark männlich dominierten Branche Fuß fassen möchten. Wir begrüßen dies sehr. Einige weibliche Studenten absolvieren ihr Grundpraktikum für ihr Maschinenbaustudium bei uns. Auch unsere Mitarbeiter begrüßen dies, da die Mitarbeiterinnen ein gewisses Feingespür haben und Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten.

Mit den Arbeitsvermittlern im Rhein-Main-Gebiet sind wir mittlerweile auch gut vernetzt. Wir laden die Bundesagentur für Arbeit zu uns ein, damit die Arbeitsvermittler sehen, welche Arbeitskräfte für uns passend sind. Wir leben aber auch sehr von Initiativbewerbungen.

Frau Schreiner ist eng mit dem sozialen Netzwerk in Mainhausen verbunden. Das führte auch dazu, dass wir seit März dieses Jahres, als erster Arbeitgeber in der Gemeinde, einen Flüchtling im Unternehmen eingestellt haben. Die behördlichen Hürden waren relativ schwierig zu überwinden. Wir haben erst ein Praktikum angeboten, um herauszufinden, ob er sich mit den Sprach- und Fachkenntnissen für eine Stelle bei uns eignet. Mit ihm haben wir einen sehr motivierten und engagierten Mitarbeiter gewonnen, der über diese Chance sehr glücklich ist. Vor der Entscheidung haben wir eine Betriebsversammlung einberufen und unsere Mitarbeiter auf das Thema Flüchtlinge im Unternehmen sensibilisiert. Dies hat sicherlich die reibungslose Integration des neuen Mitarbeiters unterstützt.«

Was treibt Sie als Unternehmer an?

»Ich hatte damals mein Aha-Erlebnis mit der Faszination Blech, als ich die Lehre begonnen habe. Denn ich konnte nicht nur das Produkt mit der Software darstellen, sondern auch das fertige Produkt am Ende in den Händen halten. Dies und die Verbundenheit zu meinen Mitarbeitern treiben mich täglich an. Ich habe eine Truppe, auf die ich sehr stolz bin. Meine Mitarbeiter sind Teil meiner Familie und ich möchte, dass es meiner Familie gut geht.«

Seit wann arbeiten Sie mit WALTER FRIES zusammen? Wie ist der Kontakt entstanden?

Der Kontakt entstand 2011 über unseren Steuerberater. Damals hat ein Großkunde von uns Insolvenz angemeldet und wir brauchten Hilfe bei unseren anstehenden Bankgesprächen.«

Was waren und sind heute noch die Aufgaben von WALTER FRIES in Ihrem Unternehmen?

»Die Aufgabe von WALTER FRIES ist immer noch die Aufbereitung der Zahlen für unsere Bankgespräche. Diese zu erläutern und zu visualisieren. Damit man sich bei den Gesprächen mit den Kapitalgebern auf einer Augenhöhe begegnen kann, was vorher auf diesem Niveau nicht möglich war. Diese Gespräche finden jetzt auf einer anderen Basis statt.

Darüber hinaus übernehmen sie das Controlling und natürlich die Planung. In unserer Branche finde ich es sehr schwierig über ein Jahr im Voraus zu planen, da wir viele kurzfristig Aufträge, die wiederum in kürzester Zeit umgesetzt werden müssen, erhalten. Mögliche Szenarien durchzuspielen, hilft uns bei unseren Entscheidungen. So können wir bei Abweichungen rechtzeitig reagieren.

Die Zusammenarbeit mit WALTER FRIES verläuft sehr partnerschaftlich. Ich möchte sie auch nicht missen, weil es uns eine gewisse Klarheit über die zukünftige Planung gibt und wir rückblickend gewisse Dinge reflektieren können. Auch strategische Entscheidungen werden aufgrund der Beratung neu getroffen.«

Hat sich durch die Beratung von WALTER FRIES im Unternehmen etwas geändert?

»Die Qualität der Bankgespräche hat sich definitiv verändert. Durch die Budgetplanung einzelner Abteilungen können wir leichter unternehmerische Entscheidungen treffen. Bei großen Investitionen helfen uns die Handlungsempfehlungen von Herrn Fries und Herrn Jakob, die ein hohes fachliches Know-how besitzen, sehr. Die Beratung vermittelt uns eine gewisse Sicherheit und Entscheidungen werden anders und ruhiger getroffen.«

Gab es einen Moment oder Situation während der Zusammenarbeit, den Sie nie vergessen werden? Wenn Ja, welcher?

»Wir haben schon viele sportliche Ziele erreicht.
Herr Fries betrachtet das Unternehmen immer im Ganzen. Dabei geht es nicht nur um die Zahlen, sondern auch um die weichen Themen im Unternehmen. Das gefällt uns sehr gut, da man nicht stur das eine Thema betrachtet, sondern über den Tellerrand hinausschaut und ein Gesamtkonzept erschaffen wird. Daher wissen wir, dass wir in der Beratung jedes Thema ansprechen können. Normalerweise spricht man mit seinem Unternehmens- oder Bankberater ja nur die Zahlen an, aber wir sprechen über alle Themen, die uns gerade so beschäftigen. Das gibt immer einen guten Impuls.«

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen.

 

 

 


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