IM GESPRÄCH MIT UNSEREN KUNDEN #04 | RENOSTAR GMBH, GROSSWALLSTADT

Beratung 14. Oktober 2015

Im Gespräch mit der ReNoStar GmbH

 

Das inhabergeführte Unternehmen ReNoStar entwickelt und vertreibt seit mehr als 30 Jahren erfolgreich generische Softwarelösungen für Kanzleien von Rechtsanwälten und Notaren. Heute nutzen mehr als 7.500 Anwaltskanzleien auf mehr als 50.000 Arbeitsplätzen Softwarelizenzen von ReNoStar.

Eva Kleinschmitt und Constanze Fries interviewten den Gründer und Geschäftsführer der ReNoStar GmbH, Dr. Egon Buhleier, am Firmensitz in Großwallstadt.

 

Wie ist die Idee zum Unternehmen entstanden?

»Ich hatte Chemie studiert und nach dem Studium bei Procter & Gamble angefangen Produktideen zu entwickeln. Über diese Arbeit kam ich an die PC´s. Damals wurde Apple im Unternehmen eingeführt und man wollte herausfinden, wie man darauf Anwendungen generieren kann. So habe ich eine Anwendung entwickelt, die zu hohen Einsparungen für das Unternehmen geführt hat. Mir war schnell klar, welches Potenzial hinter dieser Technik steckt.
Über meinen PC Fachhändler in Aschaffenburg habe ich eine Anwaltskanzlei kennengelernt, welche die Fernbuchhaltungen durch einen PC in der Kanzlei ablösen wollte. Auch die Themen Zwangsvollstreckung und Honorarabrechnungen sollten über dieses System laufen. Ich konnte diese Anwendung programmieren und in der Folge auch anderen Kanzleien anbieten. Dies war mein Einstieg in die Selbständigkeit.

Das hat sich dann so weiter entwickelt, dass wir heute ein Komplettanbieter aller Leistungen von Rechtsanwälten sind. Wir modulieren heute ganze Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Unsere Komplettlösung „Renostar complete“ bietet dem Kunden die gesamte IT-Technologie an. Von der Smartphone-Anbindung über Internetzugänge usw. Auch das Thema Kanzleimarketing haben wir uns auf die Fahne geschrieben, weil erkennbar war, dass viele Kanzleien dort Defizite haben.
Dies hat sich ebenso gut entwickelt, Tendenz steigend.«

Wie verlief nach der Gründung der Unternehmensweg?

»Die Firma hieß bei der Gründung B&L, Buhleier und Lenk, wobei der Herr Lenk später wieder ausgestiegen ist. Die Aufgabenverteilung war so, dass Herr Lenk programmierte und ich draußen bei Kunden und Händlern die Software vorführte bzw. schulte. So wurden neben den Kunden auch mehr Multiplikatoren aufgebaut.

1986 ist ein Glücksfall für uns eingetreten: Die Bundesrechtsanwaltsgebührenverordnung hat sich geändert und wir konnten alle unsere Kunden neu beliefern. In diesem Zuge haben wir Wartungsverträge, die monatlich bezahlt wurden, und Mietverträge für die Software eingeführt. Dadurch konnten sich auch kleinere Betriebe unsere Software leisten.
Mit dem Aufkommen des Betriebssystem Windows habe ich begonnen, auch fremde Wartungsbestände und Betriebe zu übernehmen. In der Zeit von 1997 – 2000 haben wir drei Firmen erworben. So hat sich die Frage nach der Finanzierung gestellt. Software ist ja nicht etwas, was man anfassen und dadurch nicht nach den üblichen Sicherungskriterien beliehen werden kann. Hierfür waren besondere Darstellungsmethoden notwendig. Wir waren ja keine Profis in der Darstellung von Finanzwesen und die Aufbereitung hat uns jede Menge Zeit gekostet.
Über unseren Steuerberater kamen wir zu WALTER FRIES und hierdurch zur Finanzplanung. Das war etwa Mitte 2004. Mehr dazu aber später.«

Verraten Sie uns das Rezept für Ihren Erfolg?

»Beeren sammeln – Kleine Modelle, die sich am Markt stark verbreiten lassen – Wartungs- und Mietverträge.

Dies sorgt zu einer breiten Aufstellung, so dass man nicht von einzelnen Kunden abhängig ist. Bei Softwareentwicklern ist dies nicht immer der Fall. Die Voraussetzung ist eine intensive Betreuung unserer Kunden. Meist sind wir unseren Kunden ein Stück voraus, so dass wir ihnen auch erklären können, worauf es in der Zukunft ankommt. Das Grundprinzip bei einer Firma unserer Größenordnung ist jedoch, dass man über ein ausreichendes Budget verfügt, um solche Entwicklungen in der Breite finanzieren zu können. Ein gewisser Grundfleiß gehört allerdings dazu. Man darf nicht aufhören, es zu wollen und muss es immer wieder umsetzen. Unsere ganze Mannschaft ist auf dieses Denken geschult.«

Ihr Sohn ist dabei das Unternehmen zu übernehmen. Wie bereiten Sie ihn auf den Übergang vor?

»Das war für mich immer ein wichtiger Punkt und ich habe schon sehr früh mit meinem Sohn darüber geredet und ihn von Beginn an in die Firma involviert. So hat er bereits in seinen Schulferien kleine Softwareprogramme für uns geschrieben.

Mit 16 Jahren war er bereits in sämtlichen Abteilungsleiterbesprechungen, wenn er Zeit hatte, dabei. Dadurch hat er unsere Strategie schnell gelernt und das nachhaltige Denken verinnerlicht. Mittlerweile hat er sein BWL Studium schon länger beendet und ist alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer. Er kann alleine entscheiden und die Firma in allen wichtigen Dingen vertreten.«

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit WALTER FRIES?

»Wie ich bereits erwähnte, mussten wir uns im Rahmen der oben erwähnten Firmenkäufen um Finanzierungsinstrumente kümmern, die nicht allein auf persönliche Sicherheiten abgestellt werden mussten. Wir sind auf die WALTER FRIES Unternehmensberatung durch eine Seminareinladung zum Thema Mezzaninekapital aufmerksam gemacht worden und haben dann wie oben erwähnt über unseren Steuerberater Kontakt zu WALTER FRIES aufgenommen.

Im ersten Gespräch hat Herr Fries gleich einen sehr kompetenten Eindruck gemacht. Dies hat sich auch bewahrheitet. Die in der Folge durchgeführte Trennung zwischen Steuerberatung und Finanzberatung hat sich in der Folge als extrem positiv herausgestellt. Zunächst hat WALTER FRIES eine klassische Finanzberatung bei uns durchgeführt, bei der die Bilanzen angeschaut wurden und nicht nur aus steuerlicher Sicht, sondern auch aus handelsrechtlicher Sicht besser dargestellt. Auch die inneren Werte der Firma und das hohe Dauergeld – Wartungs- und Mieteinnahmen –wurden bilanziell besser herausgearbeitet.

Ich verstand zunehmend, dass man die Banken nicht als Feinde, sondern als Partner sehen sollte und sie aktiv informiert. Wenn man das gut macht, hat man einen guten Namen dort. In einer detaillierteren Planung haben wir uns dem Thema Profitcenter gewidmet. Das hat dazu geführt, dass wir unsere Kosten stark reduzieren konnten. Dies hing natürlich auch damit zusammen, dass wir Leistungen weitestgehend automatisiert wurden.

Mittlerweile ist unsere Buchhaltung komplett vernetzt mit WALTER FRIES. Und wenn wir einen Monat gebucht haben, bekommen wir automatisch einen Analysebericht. Das finde ich optimal. So hat man den totalen Überblick und sieht sofort unterjährig, wo vielleicht etwas aus dem Ruder läuft. Das hat schon eine sehr hohe Qualität. Herr Barthold, der uns betreut, weiß inzwischen natürlich, wie unsere Firma tickt. Das gehört auch dazu. Er fragt kritisch nach und sorgt dafür, dass wir realistisch bleiben. Als Unternehmer ist man immer etwas optimistischer. Wir haben mit Herrn Barthold auch einen TEMP-Workshop im Unternehmen durchgeführt. Ich habe daraus gelernt, dass unsere Führungsstruktur geänderten Unternehmensaufgaben angepasst werden mussten, in der Folge wurden strukturelle Änderungen vorgenommen. Das war ein weiterer wichtiger Schritt.

Zum Schluss kann ich noch sagen, dass sich unsere Kapitalsituation und die Finanzierungspotentiale durch WALTER FRIES enorm verbessert haben. Die Zusammenarbeit mit den Banken ist dadurch auf eine partnerschaftliche Ebene gehoben worden. Dadurch ist es möglich größere Projekte mit hohem Finanzierungsvolumen einfacher zu realisieren.«

Vielen Dank Herr Dr. Buhleier, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.

 

 


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