IM GESPRÄCH MIT UNSEREN KUNDEN #01 | AUBI AUGUST BICKERT GMBH & CO. KG, GROSSOSTHEIM

Beratung 12. März 2015

Unbenannt

 

Die drei Brüder, Bernd, Horst und Klaus Bickert, haben den Standort Großostheim an der Aschaffenburger Straße mit den Bekleidungsfachmärkten AUBI, INDIGO und dem seit kurzem eröffneten SCHUHWERK aufgewertet. Wie der Weg und die Zusammenarbeit mit der WALTER FRIES Unternehmensberatung war, erfahren Sie hier im Interview mit Bernd und Klaus Bickert. Herr Horst Bickert befand sich zu dem Zeitpunkt auf Geschäftsreise.

Herr Bickert, können Sie uns etwas zur Geschichte Ihres Unternehmens sagen?

»1951 wurde das Unternehmen von unseren Eltern als Kleiderfabrik in Großostheim gegründet. Zunächst hat man sich auf die Herstellung der AUBI Herrenhose konzentriert. Das ist eine Hose mit einem elastischen Hosenbund. Sie kann sich um eine Größe dehnen und verleiht dadurch ein angenehmes Tragegefühl.

1970 gab es dann die Gelegenheit das Gelände mit dem heutigen Sitz von AUBI zu übernehmen. Unser Großonkel betrieb damals am Standort eine Schreinerei. Wir konnten die vorhandene Lagerhalle als Ort nutzen, an dem wir die Händler und Endverbraucher mit dem Lagerverkauf bedienen konnten. Der Standort brachte uns eine sehr gute Perspektive. Zum einen gab es Erweiterungsflächen und zum anderen die gute Verkehrsanbindung zur B469 und A3 ins Rhein-Main-Gebiet.

Ende der 80er Jahre sind wir drei Brüder in den elterlichen Betrieb eingestiegen und forcierten den Herstellungs- wie auch den Einzelhandelsbereich. Wir haben den Einzelhandel mit unserem ersten Partnerbetrieb Lidl im Jahr 1992 auf dem Betriebsgelände erweitert. Danach folgte INDIGO mit junger Mode. Auf der Erweiterungsfläche an der Raiffeisenstraße folgte 2011 die Vermietung einer Handelsfläche an Müller Drogerie und Takko Fashion. In den letzten zwei Jahren haben wir die Verkaufsfläche von AUBI um 750 qm auf 1.750 qm vergrößert und das Schuhsegment vom INDIGO in die Neugründung SCHUHWERK ausgegliedert.«

Wie war Ihr Weg, bis Sie sich etabliert haben?

»Zunächst haben wir unsere AUBI Hose den Männern angeboten. Die Nachfrage nach Kombinationsmöglichkeiten zur Hose wie ein Hemd oder Sakko führte dazu, dass wir unser Sortiment erweitert haben. Wenig später kam auch die Damenbekleidung hinzu und nun gibt es das gesamte Bekleidungssortiment für Damen und Herren.

Der Vertrieb der AUBI Hose an Händler spielt immer noch eine große Rolle und wird auf einer Fläche von 1.400 qm unter dem Lidl-Gebäude logistisch ausgeführt. Wir haben ca. 30.000 Hosen auf Lager, die jederzeit abgerufen werden können. Die Bekanntheit der Hose ist auch über die Region hinaus gewachsen und wir produzieren im europäischen Ausland jährlich über 130.000 Stück, die wir in Großostheim und bei über weiteren 200 Vertriebspartnern anbieten.

Bei AUBI direkt arbeiten ca. 50 Mitarbeiter. Mit den Verbundunternehmen INDIGO und SCHUHWERK bestehen insgesamt 85 Arbeitsplätze.«

Gibt es Auszeichnungen?

»Wir haben dreimal in Folge den ersten Platz beim Aschaffenburger Kundenspiegel belegt. Bei dieser Auszeichnung führt ein unabhängiges Marktforschungsinstitut Kundenbefragungen durch. Dabei spielen die Aspekte Freundlichkeit, Beratung und Preis/Leistung eine große Rolle. Wir waren in allen drei Kriterien auf Platz eins und erzielten insgesamt einen durchschnittlichen Zufriedenheitsgrad von über 90 %. Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung, da diese in Aschaffenburg plus Umkreis durchgeführt worden ist.«

Wie wappnen Sie sich gegen die Online-Shops?

»Es liegt klar auf der Hand, dass das Onlinegeschäft ein wachsender Markt ist. Wir sind mit unserem Produkt „Klassik“ nicht so anfällig. Dennoch müssen wir in den nächsten Jahren eine Strategie, unter Berücksichtigung des wachsenden Onlinemarktes, entwickeln. Wir gehen davon aus, dass sich der Onlinemarkt irgendwann einpendelt, aber weiterhin ein starkes Segment bleibt das auch unsere Kunden in Anspruch nehmen werden.

Durch unsere Serviceleistungen heben wir uns vom Onlinemarkt ab. Die Beratung durch unser Personal spielt dabei die entscheidende Rolle. Unsere Mitarbeiter erhalten regelmäßig Modeschulungen. Hierzu laden wir einen Modeexperten ein, der die saisonalen Trends auf den internationalen Laufstegen aufzeigt.

Dazu betreiben wir unseren Sofort-Änderungsservice. Und wir bieten den mittlerweile selbstverständlichen Umtausch- oder Verpackungsservice an, unsere Parkplätze gibt es kostenlos. Die AUBI-Kundenkarte garantiert 3 % Stammkundenrabatt. Dies alles führt zu einer starken Kundenbindung.«

Spielen ökologische und nachhaltige Aspekte in Ihrem Unternehmen eine Rolle?

»Als mittelständischer Familienbetrieb denken wir grundsätzlich nicht an den schnellen Profit, sondern nachhaltig und über Generationen hinweg.

In der textilen Beschaffungskette tummelt sich viel Ungewisses, denn wir sind im verarbeitenden Gewerbe auf viele Handgriffe angewiesen. Daher kaufen wir unsere Fertigteile bzw. Rohmaterialen direkt bei Herstellern, bei denen wir wissen woher die Materialien kommen. Das Gleiche gilt auch bei unseren Partnerunternehmen im Ausland, die die AUBI Hose produzieren.

Aber auch beim Bau der neuen Gebäude wurden ökologische Aspekte berücksichtigt. Durch das Energieeffizenz-Darlehen der KfW hatten wir dementsprechende Auflagen, u.a. Fassaden- und Gebäudedämmung oder auch Beleuchtung durch LEDs. Unsere Photovoltaik-Anlage unterstützt uns ebenfalls Strom zu sparen.«

Inwiefern sind sie in der Region engagiert?

»Für uns sind Sport-, Kultur- und Jugendprojekte in der Region sehr wichtig. Deshalb unterstützen wir die Sportvereine, Veranstaltungen und soziale Projekte hier im Bachgau.«

Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept für Ihren Erfolg?

»Wir sind mit den Geschäftsfeldern Produktion & Handel und Vermietung in der Old Economy tätig. Das passt auch zu uns, denn wir sind bodenständig und bauen auf die Werte „Verlässlichkeit“ und „Vertrauen“. Darüber hinaus pflegen wir Partnerschaften, die auch ohne geschriebene Verträge Gültigkeit haben. Und wir setzen auf gute Mitarbeiter. Damit wir diese auch bekommen, leben wir selbst die Werte in unserer funktionalen Position im Unternehmen vor. So können wir solides Wachstum generieren.«

Seit wann arbeiten Sie mit WALTER FRIES zusammen? Wie ist der Kontakt entstanden?

»Wir arbeiten seit 2008 mit der WALTER FRIES Unternehmensberatung zusammen. Unser Rechtsanwalt hat uns an Sie weiterempfohlen.

Wissen Sie, als Mittelständler sind wir „Macher“ in unserem Metier. Doch ab einer bestimmten Unternehmensgröße ist es ratsam sich zu fragen: Kann ich das noch selbst abdecken oder sollte ich einen Profi mit entsprechendem Fachwissen dazu holen.

Gerade zu Beginn unserer Zusammenarbeit waren einige Bereinigungen im Unternehmen durchzuführen, zum Beispiel bei den Kreditsicherheiten oder bei einem einheitlichen Reporting. Des Weiteren brauchten wir Unterstützung bei unseren neuen Investitionen.«

Was waren und sind heute noch die Aufgaben von WALTER FRIES in Ihrem Unternehmen?

»Unser Ziel ist es weiter zu wachsen und zu investieren. Dabei haben wir festgestellt, dass sich die Bankenlandschaft verändert hat. Da wir den veränderten Anforderungen der Banken gerecht werden wollten, haben wir ein beratendes Unternehmen wie WALTER FRIES gesucht.

Die Aufgaben von WALTER FRIES sind die Unterstützung bei der Planung sowohl im strategischen Bereich als auch in der Umsetzung und die Kommunikation mit den Banken. Dabei überzeugen die Erfahrung, die Verbindung zu den Kapitalgebern und die eingesetzten Softwaretools, die Freiräume für Szenarien und Konzepte schaffen.

Und nach einer Planung folgt das Controlling mit anschließender Anpassung von Parametern, welches auch von WALTER FRIES umgesetzt wird.«

Hat sich durch die Beratung von WALTER FRIES in Ihrem Unternehmen etwas geändert?

»Durch Planung und Controlling haben wir definitiv in unserer Kommunikation untereinander und mit den Banken Transparenz geschaffen, was wiederum die Zusammenarbeit und Produktivität fördert. Wir können durch die unterjährige Kontrolle schneller Entscheidungen revidieren und Anpassungen vornehmen.«

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen und offen mit uns gesprochen haben.

»Wir danken auch.«

 

 


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