ZEITUNGSBERICHT | IMMOBILIE IN DER STEINGASSE DIEBURG

Immobilien 10. April 2013

Der schwierige Teil kommt erst noch (Zeitungsartikel, Dieburger Anzeiger, 04.04.2013) Immobilie mit der „Schlosspark-Galerie“ in der Steinstraße: Der neue Eigentümer hat die Wohnungen ruckzuck vermietet und will ein Parkdeck bauen / Noch offen, ob die Bücherei einzieht / Keine Gefahr für Bestandsmieter / Weitere Gastronomie ausgeschlossen

Spricht man mit lokalen Bauträgern, Immobilienmaklern und Wohnungssuchenden, bekommt man immer wieder zu hören: Freie Häuser sowie Eigentums- und Mietwohnungen sind in fast allen Vierteln Dieburgs ziemlich rar – trotz relativ hoher Quadratmeter-Preise, vergleicht man sie mit Gemeinden und Kleinstädten aus dem Umland. Wie kann es vor diesem Hintergrund sein, dass lange Zeit ein halbes Dutzend Wohnungen in bester Lage – noch dazu in einem 1996 grundlegend sanierten Gebäude – bis vor wenige Wochen leer standen? Die Antwort darauf ist Teil der Geschichte, was in letzter Zeit aus dem Wohn- und Geschäftshaus Steinstraße 7 bis 9 (im Erdgeschoss mit der „Schlosspark-Galerie“) wurde – und derzeit am Werden ist.

Laut Walter Fries, Verena Ippisch und Achim Träger stammt das Gebäude aus den 60ern und besitzt bei einer Bruttogeschoss-Fläche von mehr als 5 000 Quadratmetern eine Mietfläche von 3 200 Quadratmetern. Das Trio muss es exakt wissen: Fries ist der Gründer derWALTER FRIES Firmengruppe aus Aschaffenburg, zu der unter anderem die Immo Invest 5 GmbH & Co. KG gehört. Immo Invest 5 ist seit dem 1. Januar 2013 Eigentümerin des Gebäudes. Ippisch arbeitet für Fries als Projektmanagerin, Träger ist als Makler Kooperationspartner des erfahren und bodenständig wirkenden Bankkaufmanns Fries. „Unser Geschäft ist es, solche etwas brachliegenden Immobilien wiederzubeleben“, erläutert Fries. Für jedes Objekt wird eine eigene GmbH und Co. KG gegründet und hinter dem Namen Immo Invest mit einer Zahl versehen. Das nächste Objekt wird also von der Immo Invest 6 GmbH und Co. KG betreut werden.

Bis Silvester 2012 gehörte das Gebäude, bei dem zuerst das traditionsreiche Eiscafé „Rialto“ ins Auge fällt, einer Bank aus Hamburg. Die hatte das Objekt zwar in ihren Büchern stehen, kümmerte sich aber kaum um die Vermarktung leerer Wohn- und Gewerbeflächen. Auch bestehende Mieter fühlten sich teils nicht gut betreut. Noch immer ist die Finanzkrise von 2010 nicht ganz verarbeitet, in deren Zuge sich – wie schon um die Jahrtausend-Wende – viele Banken von Immobilienengagements trennten.
Im Spätsommer 2011 wurde der Stadt Dieburg das Objekt zum Kauf angeboten – rund zwei Millionen Euro lautete die Forderung. Den Wert schätzten Sachverständige damals auf 2,4 Millionen Euro. Nach längerem Überlegen machte die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch. Im vergangenen Jahr schlug die Walter Fries Firmengruppe zu, im Herbst 2012 lief die Projektierung an. „Wir haben das Objekt relativ günstig gekriegt. Inklusive Umbaukosten investieren wir 2,5 Millionen Euro“, so Fries.
Diese Kosten sollen sich über einen längeren Zeitraum hinweg amortisieren – man arbeite langfristig mit seinen Immobilien und wolle das auch im Dieburger Fall tun, sagt auch Projektmanagerin Ippisch. Gewerbefläche plus 14 Wohnungen stehen zur Vermietung, im zweiten Stock wurde zusätzlich Gewerbefläche in zwei weitere Wohnungen umgewandelt, so dass es nun sogar 16 sind. „Standen zur Vermietung an“, müsste es zumindest mit Blick auf die Wohnungen, in die Handwerker seit Jahresbeginn schon hunderte Arbeitsstunden gesteckt haben, eigentlich treffender heißen: „Von den sechs leer stehenden Wohnungen sind vier bereits fest vermietet, eine fünfte steht kurz davor“, so Träger. Eine Penthouse-Wohnung mit traumhaftem Blick über die Innenstadt befindet sich noch im Halb-Rohbauzustand. „Es ist nicht so, dass wir nur durchstreichen würden“, spielt Ippisch auf die Dimensionen der Renovierungen an. Träger hat festgestellt, dass sich die Innenstadt-Wohnungen gut vermieten lassen – „der vorherige Eigentümer hat in dieser Richtung wohl einfach wenig getan“, erklärt er sich den längeren Leerstand. Die Wohnungen seien jedenfalls auch vorher schon in ordentlichem Zustand gewesen, wenngleich nun auch noch einmal klar optimiert worden – etwa durch neue Böden, Bäder und Wasserleitungen.

Schwerer, das weiß natürlich auch Träger, wird die Aufgabe werden, die Gewerbeflächen zu vermieten. Im Erdgeschoss befinden sich derzeit das „Rialto“, ein Tee- und Kaffeegeschäft, eine Bäckerei und eine Versicherung. Im ersten Obergeschoss hat Physiotherapeut Frank Schmitt seine Praxis, er erweitert seine Räumlichkeiten. Ausgezogen ist kürzlich hingegen die Caritas. „Es wird für keinen der Bestandsmieter irgendeine Gefahr geben“, verspricht Fries, dass die jetzigen Mieter auch künftige bleiben dürften. Ausgeschlossen sei allerdings der Zuzug weiterer Gastronomie ins Objekt. In der Steinstraße 7 bis 9 war lange Zeit das „Milano“ (und später das „Primo Piano“) beliebte Anlaufstelle für die Fans nicht nur von Pizza und Pasta gewesen. Dieses Kapitel wird nicht wiederbelebt.

Nachgedacht wurde in Dieburg bereits über den Umzug der Bücherei von der Goethestraße ins Erdgeschoss der „Schlosspark-Galerie“. Dort stünden 600 Quadratmeter bereit. Auf Nachfrage heißt es seitens der Stadt, es gebe aktuell „nichts Neues“ zu einer eventuellen Anmietung mitzuteilen. Fries ist jedoch guter Dinge, dass eine Entscheidung in den nächsten Wochen getroffen werde. Eine Entscheidung hat er mit seiner Unternehmensgruppe unterdessen schon so gut wie sicher getroffen: Auf dem Parkplatz östlich der Immobilie (Klosterstraße) will er ein Parkdeck errichten. Aus den momentan 32 Parkplätzen würde dann etwa das Doppelte. Auch ein Zugang vom Parkdeck direkt ins zweite Obergeschoss des Gebäudes soll dann via Treppe möglich sein. Im Inneren gibt es zudem einen Fahrstuhl. Ein Teil der Parkplätze könnte dann der Öffentlichkeit zugute kommen. jd

Mit freundliche Genehmigung von Jens Dörr (Text,Foto), www.jensdoerr.com

 

 


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